3-Wege Lautsprecher

Lal - die Beschreibung


Neues aus der Vergangenheit....

...in den einschlägigen Foren erkennt man eine andächtige Meinung zu manchem alten Lautsprecher. Die alten Hasen wissen es, die jungen ahnen es, einige dieser "alten Teile" sind verdammt gut. So gut, das sich so manch modernes Kästchen den Wintermantel überziehen muss um nicht in den Frost zu geraten.

Ein solcher Lautsprecher ist auch die KEF Largo, die seiner Zeit in der Zeitschrift ELEKTOR veröffentlicht wurde. Die legendären Chassis B300B, B110B und T52 stellen, in Köln würden wir sagen Dreigestirn, eine Kombination von außerordentlicher Qualität.

Wir haben uns schon seit langem mit dem Gedanken befasst die alten Klassiker wieder aufleben zu lassen und unser neuestes Kind, die LAL, ist ein erster Versuch es wie damals zu machen, alles richtig.

Wie es dazu kam und wie wir es machten, die LAL (öffentlich)


Früher war alles aus Holz

das sagen wir gerne zu jemandem, der den "guten alten Zeiten" hinterher trauert. Damals wurden gute Lautsprecher gebaut, heute werden gute Lautsprecher gebaut. Zu sagen früher war alles besser ist sicher genau so falsch, wie zu behaupten, dass heutige Lautsprecher den alten immer überlegen sind. Aus diesem Grund haben wir uns die Aufgabe gesetzt, einige alte Konzepte zu beleuchten (z.B. die KEF CS7), sie mit modernen zu vergleichen und eventuell, wenn es sinnvoll erscheint, Lautsprecher zu entwickeln, die so manche "alte" Tugend aufgreifen.

Zur Vorgeschichte

Schon lange (ca. 15 Jahre) reift in mir (Theo) der Plan, den Lautsprecher nachzubilden, den ich persönlich bis heute als "am fertigsten" empfinde. Die KEF Largo mit modernen Mitteln nachzubauen ist mit Sicherheit eine reizvolle, wenn auch schwere Aufgabe. Als ich Thomas von dem Plan erzählte etwas ähnliches wie die Largo zu bauen fand er die Idee gar nicht schlecht und so kam es das wir irgendwann sagten, machen wir es. Ein interner Thread, nur für Abonnenten unseres Magazins, löste im HiFi-Selbstbau Forum eine rege Diskussion aus. Viele Ideen und Gedanken teilten die Abonnenten vom Online-Magazin mit, und ich möchte hier einige Ideen aufgreifen.

Warum Largo

Die KEF Entwickler haben seit jeher den Ruf, physikalische Erkenntnisse mit neuen Ideen zu verbinden und immer wieder sehr gut klingende Lautsprecher zu bauen. Dabei fällt immer auf, dass die KEF-Ingenieure Lautsprecher entwickeln, die tonal ausgeglichen, nicht ermüdend, aber trotzdem modern daherkommen. Ich habe zur Zeit der Largo insgesamt 5 Modelle für mich und Freunde gebaut, und alle sind noch in Betrieb. Auch sind die Leute nicht zu überreden ihre Largo wieder herzugeben, ich allerdings war damals so verblendet, auch mein Paar wieder zu verkaufen, weil ich dachte es gehe noch viel besser.

Warum Lal (Koreanisch: gemocht, auch Geliebtes)

Lt. Cmdr. Data versucht in einer Next-Generation-Episode, einen weiteren Androiden zu erschaffen. Es gelingt ihm, einen voll funktionsfähigen Androiden zu entwickeln, der sogar eine emotionale Veranlagung besitzt. Data betrachtet das von ihm geschaffene Wesen als sein Kind. Um diesem Kind möglichst viele eigene Entscheidungsmöglichkeiten zu lassen, gibt Data ihm den geschlechtsneutralen Namen „Lal“.

So ist die Handlung einer meiner Lieblingsfolgen der Fernsehserie Enterprise. Das mein Nickname in einigen Foren Data ist und ich nun unser neuestes Projekt Lal nennen möchte zeigt, wie sehr ich die Geschichten um das gesamte Star-Ttrek-Universum mag.

Konkrete Ideen

Zunächst stellte sich die Frage nach dem zu verwendenden Gehäusetyp. Bassreflex, geschlossen, Transmissionline? Die Largo war eine geschlossene Konstruktion und hier lag das erste Problem. Es gibt heute kaum Tieftöner, die im geschlossenen Gehäuse in der Lage sind, bis in die tiefen Regionen mit vernünftiger Lautstärke vorzudringen. Nun, kaum heißt kaum, denn 2 haben wir gefunden, den Number One SPH-300KE und den Dayton RS-270. Erwähnen möchte ich noch, dass auch der Klangcharakter des Chassis etwa dem des legendären B300B entsprechen sollte. Satt, voluminös aber trotzdem sauber und konturiert.

Ziemlich zu Anfang einer Forendiskussion im internen HiFi-Selbstbau Forum äußerten wir den Wunsch, den Tieftöner SPH-300KE von Monacor verwenden zu wollen. Dass wir da keinen großen Widerspruch ernteten verwunderte uns jedoch ein wenig. Wir hatte mit einem größeren Widerstand der Abonnenten gerechnet, weil im allgemeinen in anderen Foren immer die Tendenz vorherrscht, die Branchenriesen zu verwenden. So reifte die Idee also mit diesem Treiber weiter. Ein User (MartinP) des Forums schickte uns sogar ein Paar neue Treiber, so dass es uns möglich wurde, zwei alte Schätzchen mit den aktuellen Chassis zu vergleichen. Kurz, die Konsistenz der Chassis über die Jahre darf als außergewöhnlich gut bezeichnet werden. Viele Gehäuse-Ideen wurden im Forum eingereicht. (Forenbeitrag)

Die Largo

Wenn man sich diese Box mal näher anschaut, stellt man fest, dass dort eine Menge KnowHow drin steckt, das bei vielen modernen Konstruktionen der Einfachheit halber weggelassen wird. Warum heutzutage z.B. keine abstrahloptimierten Gehäuse gebaut werden, erschließt sich mir nicht wirklich. Mit dem Modetrend "Hauptsache schmal" handelt man sich so viele Probleme ein, dass man es lieber lassen sollte.

Aber schaun wir uns doch mal die Konstruktion der Largo an. Schon seit vielen, vielen Jahren ist bekannt, dass die Gehäuseform und deren Ecken extremen Einfluss auf die Schallabstrahlung nehmen, siehe hierzu auch unseren Artikel "Chassisposition auf der Schallwand".

Auch die KEF-Mannen haben sich des Themas angenommen und sich um verschiedene Gehäuseformen Gedanken gemacht. Dabei griffen sie auf die Untersuchungen eines Herrn Olson zurück, der schon Jahre zuvor die Problematik erkannt hatte.

Es wurde herausgefunden, dass die Gehäuseformen J und L der theoretisch besten Form der Kugel sehr nahe kommen. Dass sich das mit der Kugel nicht ganz so einfach verhält, zeigen wir später in einem anderen Grundlagenartikel.

Interessanterweise schneidet die am meisten gebräuchliche Gehäuseform (K) gar nicht so gut ab. Wenn man sich die Largo jetzt näher betrachtet, erkennt man die konsequente Umsetzung der Gehäuseform L.

Man sieht hier auch, dass der Hochtöner unterhalb des Mitteltöners sitzt. Eine Art der Montage, auf die wir im Artikel Chassisposition auf der Schallwand ebenfalls eingegangen sind. KEF hat das aber noch detaillierter untersucht.

Auf diese Weise neigt sich die akustische Hauptabstrahlachse nicht mehr Richtung Boden (b), sondern nach oben (a). Da die Decke des Raumes in der Regel weiter weg ist als der Boden, verlängert sich die Zeit bis zur ersten schallharten Reflexion und damit wird der Raumeinfluss für das Ohr verringert.

Weiterhin fällt auf; dass der Mittel-/Hochtonbereich vor dem Bassabteil sitzt. Normalerweise schiebt man ja eigentlich den Mittel- und den Hochtöner zum Phasenausgleich hinter den Tieftöner.

Im KEF-Labor stellte man damals fest, dass sich der mechanische Phasenausgleich des Gehäuses in einem normalen Hörabstand von etwa 3 m nicht mehr bemerkbar macht und es wesentlich mehr Sinn macht, das Abstrahlverhalten des MT-Gehäuses zu optimieren. Durch den freistehenden Aufsatz erhielt man einen glatteren Frequenzgang, was sich im Endeffekt günstiger auswirkt als die Phasenkorrektur.

Die Chassis

Nachdem wir die ganze Zeit im Bassbereich relativ einig waren den SPH-300KE zu verwenden, lief es beim Mitteltöner sehr kontrovers zu und es sollte noch schlimmer kommen.

Für den Mitteltonbereich wurden vom 8 cm bis 16.5 cm Mitteltöner alles vorgeschlagen. Es gab auch einige Stimmen, die sich einen Mangerwandler gewünscht hatten, das sprengte jedoch den finanziellen Rahmen vollkommen.

Vorgeschlagene Chassis waren:

und für den Bassbereich, wie gesagt, ursprünglich der SPH-300KE. Über den Hochtöner hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch keine echte Diskussion stattgefunden. Verkompliziert wurde die ganze Sache, als wir dieses Jahr einige Vertreter der Referenzserie von DAYTON in den Fingern hatten. Deren Messergebnisse waren so gut, dass man einfach nicht über sie hinwegsehen konnte, wenn man eine der Largo in Qualität und aussehen entsprechenden Box bauen will.

Nun ja, das Projekt reifte in Gedanken weiter. Dann bekamen wir einen Kundenauftrag, in ein vorhandenes Gehäuse eine 3-Wege-Box ähnlich der TRIO zu bauen. Die sollte jedoch etwas "fetter" klingen als die TRIO (die ihm zu analytisch war).

Da sahen wir unsere Chance gekommen, mit den Dayton Chassis einen ersten richtigen Versuch zu machen und herauszufinden, ob sie denn die geeigneten Treiber für das LAL-Projekt wären. Die 40 mm starken Gehäuse aus massiver Eiche, die wir nur liebevoll "Blumenkübel" nannten, waren zwar etwas niedrig, das Volumen passte aber. Mit 40 mm Wandstärke war auch konstruktionstechnisch gegen das Projekt nicht viel zu sagen.

Hat schon was vom Flair alter KEF-Lautsprecher - das Blumenkübelprojekt.

Nachdem die Box einige Hörsessions später an den glücklichen Kunden ausgeliefert war, stand unsere Chassiskombination eigentlich schon fest. Die Dayton-Chassis hatten uns, wie schon andere beim Forentreff 2007 in der Paragona von hifi-alex, wieder mal voll überzeugt. Mehr sogar, wir hatten zum ersten Mal das Gefühl, die Largo in ihrem Klang annähernd nachbauen zu können.

Konkrete Pläne

Der Bassbereich soll also vom Dayton RS-270 übernommen werden. Dabei soll es möglich sein, den Bassbereich geschlossen oder als Bassreflex-Konstruktion zu betreiben. Wir haben, auch durch unseren Kundenauftrag, die Dayton-Variante in einem ca. 90 Ltr. großen Reflexgehäuse gewählt. In diesem Gehäuse kann man dann auch den SPH-300KE in der geschlossenen Version betreiben. Hier unsere endgültige Chassisauswahl:

Als Mitteltöner waren der Dayton RS-150, der RS-180, sowie der Monacor -SPH-135KEP und der SPH-165KEP auf dem Plan.

Hier fiel unsere Wahl auf den Dayton RS-150, da er als reiner Mitteltöner die für das Projekt besten Messwerte lieferte und in der Kundenbox hervorragend mit dem RS-270 harmonierte..

Im Hochtonbereich sollte in unserer Variante auf jeden Fall der Dayton RS28A verbaut werden, der sich sehr tief ankoppeln lässt und dadurch mit allen möglichen Mitteltonvarianten praxistauglich betrieben werden kann.

 

Soweit, so gut, die LAL

Wie bekommt man diese Erkenntnisse jetzt in eine moderne, wohnraumfreundliche Box? Die Largo ist ein echter Klotz, der heute von niemandem mehr akzeptiert wird. In einer langen Diskussion im HiFi-Selbstbau-Forum kristallisierte sich dann heraus, dass ein Tieftongehäuse mit aufgesetztem Mittel-Hochtonabteil allen als guter Kompromiss zusagte.

Ein Verbesserungsvorschlag war, das Oberteil konisch zulaufend zu konstruieren und eventuell als KU (kontrollierte Undichtigkeit) auszuführen. Dann könnte die Konstruktion in etwa so aussehen. Das erwies sich jedoch in der späteren Ausführung als zu aufwendig und von Otto-Normalverbraucher nicht herstellbar. Dimensionsänderungen gleich in 2 Ebenen sind recht schwierig und bedürfen oft speziellen Werkzeugs.

Kultlautsprecher?

Ein Lautsprecher ist seit Einführung am Markt in aller Munde. Die einen lieben ihn wegen des Klangbildes, die anderen wegen der Form. Ich spreche von der LumenWhite mit ihrer recht ungewöhnlichen Tropfenform. Kann man diese Form nicht irgendwie adaptieren und mit einfachen Mitteln dem Selbstbau zugänglich machen?

Wie machen?

Wenn man sich die LumenWhite anschaut, stellt man fest, dass die Grundform eigentlich aus zwei Kreisformen besteht. Also legen wir doch mal ein recheckiges Brett auf den virtuellen Hallenboden und spielen ein wenig mit Kreisschablonen.

 

 

Zwei Kreise mit 64 cm Durchmesser und zwei mit 120 cm Durchmesser ergeben, rein gefühlsmäßig, optisch ansprechende Rundungen. Wenn man das herausgefunden hat, muss man später die Kreise tatsächlich mit einem großen Hilfszirkel auf die Boden und Deckelplatte übertragen.

Im Bild sieht man schön die entstandene Grundform und auch die Ausschnitte in den "Stabilisatoren".

ACHTUNG: Die Teile, die man absägt, sollte man kennzeichnen um sie später an der richtigen Stelle zum anpressen der Seitenteile verwenden zu können. Das muss man natürlich nicht, wenn man die Grundform z.B. mit einer CNC-Fräse macht, da sind alle Teile gleich. Wer aber, so wie wir, mit einer Stichsäge arbeitet, bekommt nicht jede Rundung gleich hin und da hilft es beim anpressen der Seitenwände enorm, wenn die Form zum Grundgerüst passt.

Hier sieht man das fertige Grundgehäuse mit einem Dayton RS270. Auf der Schallwand ist auch die Größe des SPH-300KE aufgezeichnet, der auch in diesem Gehäuse funktionieren wird (danke an MartinP).

Die Seitenwände

Beim stöbern in diversen Baumärkten hatten wir bemerkt, das die Firma OBI, zumindest in Köln, 3 mm-MDF vorrätig hat. Auch beim Rocket Testgehäuse hatten wir damit experimentiert, bevor uns die Schreinerei Feirtag freundlicherweise die Rocket in einer Edelversion baute.

 

Die Presse

Im Falle der LAL sieht das ganze dann so aus, dass wir uns zunächst zwei Grundplatten haben schneiden lassen, die jeweils einen Anschlag erhielten, damit das Gehäuse nicht nach vorn wegrutschen kann. Mittels einer Regalschiene wurde dann der richtige Abstand eingestellt, damit die Seitenteile, hier kommt die korrekte Markierung zum tragen, in die Rundung passen. Wir haben die Seitenteile noch mit Teppichstreifen beklebt, um Restungenauigkeiten auszugleichen.

Bei sorgfältiger Verarbeitung sollte man nach dem Schleifen folgendes ansprechende Ergebnis erhalten.

 

Zwiebeltaktik

Da die MDF Platten wie schon erwähnt nur 3 mm stark sind und man nicht 6 Schichten gleichzeitig pressen kann, um auf 18 mm Wandstärke zu kommen, muss man etwas Geduld aufbringen und Schicht für Schicht aufleimen. Dabei sollte man jeder einzelnen Schicht etwa 2 Stunden Zeit zum abbinden des Leimes geben, damit nicht das passiert was uns bei der ersten Schicht passiert ist. Es machte ein lautes PLOING und die Schicht hatte dem Leim gezeigt, dass sie doch mehr Spannung in sich hatte als der Leim halten konnte. Die ganze Sache dauert also etwas länger, der Winter hilft da bei der Motivation sehr.

Man sieht sehr schön die einzelnen Schichten und im unteren Bild auch, wofür die beschriebenen Teppichstreifen gut sein könnten. Im Endeffekt erhält man trotz "Aldi" Werkzeug eine sehr ansprechende Form bei sehr guter Qualität. Viele Leute, die die LAL auf der Messe in Gelsenkirchen gesehen haben, wollten nicht unbedingt glauben, dass man das praktisch im heimischen Keller machen kann.

 

Es wird

Jetzt bekommt man zum ersten mal ein Gefühl, wie die LAL aussehen wird. Irgendwie ist der Tieftöner wohl etwas zu niedrig geraten, sieht doch blöd aus. War da nicht der Platz für Mittel- oder Hochtöner vorgesehen? Das andere Chassis ist dann im Topteil? Nein, das sieht doch danach aus. Wie war das noch mit dem Oberteil der Largo?

 

Uupps, haben wir etwa das Loch für den Bass zu tief gemacht? Also bestimmt nicht! Wie wir aus dem Largo-Bericht und von unseren eigenen Erfahrungen wissen ist es vorteilhaft, wenn der Hochtöner unterhalb des Mitteltöners platziert wird. Damit wir den Hochtöner nicht in die Schallwand des Tieftongehäuses einbauen müssen und die LAL nicht allzu hoch wird, soll die Schallwand der MHT-Abteilung auf das MT Gehäuse aufgeflanscht und überlappend zum Bassgehäuse gebaut werden.

Das bringt ganz nebenbei die Mittelhochtonschallwand, wie bei der Largo, vor die Tieftönerschallwand. Außerdem erhalten wir mit fast 6 cm Schallwand reichlich Masse, um den Hoch-/Mitteltonbereich ruhig zu stellen. Die Abtrennung des Topteils vom schwingenden Bassgehäuse tut ihr Übriges dazu. Wir hatten im Vorfeld einige Versuche gemacht, die schrägen Wände des LAL Topteils herzustellen.

Letztlich war das aber alles zu aufwendig und wurde verworfen. Die Version, 3 Stück 19 mm Platten aufeinander zu leimen und dann nachher mit der Handkreissäge die Schrägen herzustellen war da viel Erfolg versprechender. Wenn man solch eine dicke Schallwand hat, sollte man natürlich um den Mitteltöner herum von hinten richtig frei sägen, damit er nicht in einer Art Rohr sitzt.

Die ganze Einheit muss auch noch am Topteil befestigt werden. Um die Möglichkeit zu haben die Schallwand des Topteils auszutauschen (z.B. wenn man mal andere Treiber testen will), muss sie mittels Schrauben befestigt werden. Hierzu eignen sich sogenannte "Rampa Muffen", eine große Gewindebuchse in der ein kleineres Gewinde für normale Maschinenschrauben angebracht ist.

Am Topteil bringt man dann die entsprechenden Löcher an, durch die die Stehbolzen geführt werden. Dann kann man durch die Mitteltöneröffnung von hinten wunderbar einfach Sechskantschrauben aufdrehen.

Durch die dicke Schallwand bekommt jetzt sogar der Hochtöner ein eigenes Abteil und ist damit optimal vor den Einfluss seiner beiden Spielpartner geschützt.

Und die Moral von der Geschichte? Ich glaube, wir haben bisher noch keine solch aufwendige Konstruktion vorgelegt. Sieht gut aus, funktioniert perfekt und erfüllt alle Kriterien, die die Largo vorgegeben hatte.

 

Die Frequenzweiche

Wenn man so wie wir alle Chassis die man verwenden möchte schon mal im RAR hatte, kann man aus den gewonnenen Daten wunderbar ein Boxsim-Modell erstellen. Unsere Abonnenten wissen diesen Service mittlerweile sehr zu schätzen, da selbst erste Boxsim-Modelle oft schon recht nah an der endgültigen Version liegen. Hier zunächst mal ein Vergleich einer Messung im RAR und in der Box, stellvertretend der Hochtöner.


-> die Schallwand bewirkt eine Schalldruckerhöhung um 1200 Hz (schwarze Kurve)
-> eine provisorische Verlängerung der Schallwand (wie durch den späteren Bespannrahmen) war eher ungünstig (rote Kurve)
-> die Schallwand wurde etwas gekürzt, damit sich zusammen mit dem Bespannrahmen die ursprüngliche Länge wieder ergibt

Für den Mitteltöner sieht das im RAR so aus...

und in der Box...

Wie man sieht macht es schon Sinn, die Chassis in der Box zu messen und daraus das Boxsim-Modell zu bilden. Das hat aber weniger mit einer fehlerhaften Simulation in Boxsim zu tun, sondern liegt daran, dass Boxsim solch komplexe Schallwände wie die der LAL nicht genau nachbilden kann. Bei einer "normalen" rechteckigen Version der Box würde Boxsim schon sehr nah an der Wirklichkeit liegen.

Mit den im Gehäuse gemessenen Frequenzgängen von Mittel- und Hochtöner sowie den Daten des Basslautsprechers aus dem Datenblatt wurde dann endlich ein erstes Boxsim-Modell erstellt.

Das sieht doch für den ersten Schuss richtig gut aus! Was soll man sagen, es klingt auch gut. Wir hatten auf Anhieb ein tonal stimmiges Klangbild mit wenig Schwächen. Dank der Hilfe von hochwertiger Software und vernünftig gemessener Daten und etwas Erfahrung ;-) ist man heute in der Lage, "mal eben" einen schon ganz gut klingen Lautsprecher zu bauen. Das hat es zu Largos Zeiten nur in den großen Labors der Branchenriesen gegeben, die die notwendige Messtechnik hatten und entsprechende Simulationswerkzeuge.

Das wichtigste ist jedoch immer noch der Hörtest. Je länger und je unterschiedlichere Musik man dann hört, desto mehr fallen einem kleine Fehler auf, die es zu beseitigen gilt. Hier noch eine nasale Tröte bei diesem Stück, bei jenem noch zuviel Zisch usw. usw. Erschwerend kommt hinzu, dass sich einerseits die neuen Chassis zu Anfang noch etwas verändern und man sich andererseits zunehmend an den Klang gewöhnt. Damit man nicht immer zum Lötkolben greifen muss, arbeiten wir seit vielen Jahren mit einem Steckbrett, auf dem die mit Bananensteckern ausgerüsteten Weichenbauteile in Bananenbuchsen gesteckt werden.

Auf diese Weise kann man mal eben einen Kondensator, eine Spule oder einen Widerstand tauschen und hören, ob man sich in die richtige Richtung bewegt. Ja es geht sogar noch weiter. Wenn man das zu zweit macht, kann man sogar während der laufenden Musik "umschalten" und den Effekt durch die Veränderung des Bauteils perfekt beurteilen. Wenn man dann noch seine Musik (eine Beispielliste) gut kennt, kann man effektiv und schnell fast jedes Entwicklungsziel erreichen. Wir haben uns da mit der Zeit eine Routine erarbeitet, die es möglich macht einen Lautsprecher punktgenau innerhalb von wenigen Sessions abzustimmen. Dabei können wir Dank der steckbaren Frequenzweiche zahlreiche Varianten testen und beurteilen, ob und in welche Richtung sich Veränderungen ergeben.

Man weiß dann nachher auch was man tun muss, wenn ein Kunde kommt und sagt "ich hätte aber gerne...." Ihr wisst schon. Immerhin hat man es ja wahrscheinlich sogar schon mal ausprobiert. Im Endeffekt hat man dann eine Grundweiche, die in den Langzeithörtest geht. Veränderungen wird es immer geben. Sie werden mit der Zeit zwar kleiner und weniger, aber es gibt sie.

So sieht das dann bei uns im Hörraum aus, wenn ein Proband bei uns am Tropf hängt. Nach etlichen Hörsessions kommt dann so etwas heraus.

 

Wie man sieht, ist die Weiche keine Zaubererei, aber das richtige Teil an der richtigen Stelle wirkt schon "Wunder" So kann man z.B. mit einer Resonanzentzerrung im Tieftöner den Bereich um 80 Hz herum beeinflussen: lässt man sie weg wird es dort 2-3 dB lauter. Das ist in unserem riesigen Vorraum die bessere Variante, in kleineren Räumen und je nach Wand- und Seitenabstand kann die Absenkung aber vorteilhaft sein.

Auch könnte man sich vorstellen, mittels unseres neuen Anschlussterminals den Hoch- oder Mitteltöner bzw. beide in der Lautstärke verstellen zu können. Der Phantasie sind da kaum Grenzen gesetzt, wenn man sich von der Aufschrift "TWEETER" nicht blenden lässt..

Wie sieht es aus

Ihr habt ja jetzt schon das Gehäuse ohne Farbe gesehen. Bevor es jedoch soweit war musste man entscheiden wie die LAL letztendlich werden sollte. Wir sind eher visuelle Menschen, die anhand eines Bildes entscheiden, ob etwas harmonisch rüberkommt oder ob es überhaupt nicht passt. Im Falle der LAL haben wir etliche Zeichnungen gemacht, bis wir das Gefühl hatten, so könnte es passen.

Die zwei durchgehenden Striche vor dem Bass deuten an, dass die Form der Front des MHT-Gehäuses durch eine Frontbespannung fortgeführt werden soll. Zur Messe hatten wir einen Rahmen mit schwarzem Stoff bespannt, aber das sah etwas nüchtern aus. Wir experimentieren hier noch etwas. Das folgende Bild zeigt jedenfalls die Grundkonstruktion der Bassabdeckung.

 

 

Wie wir meinen ein schönes Teil, eine LAL eben. Hier stellvertretend einige Auszüge aus den Forenkommentaren zur Messe

.....""die LAL wesentlich runder, trotzdem noch immer sehr neutral und schlank, noch immer recht schonungslos zu den Aufnahmen aber die tät ich auf jeden Fall haben wollen""...

......""die LAL hat den "haben wollen" Effekt""......

......"" hätte nicht gedacht, dass man so ein Gehäuse mit einfachem Werkzeug hinkriegt"".....

So, das soll es im öffentlichen Teil erst mal zum Thema LAL sein. Wie ihr wisst dauert es bei uns immer etwas länger, dafür ist es aber auch ausgereift.

Für unsere Abonnenten wird es in Kürze einen 2. Teil geben mit weiteren Messungen, Frequenzweichendaten, Gehäusemaßen und Hinweise zu Art, Menge und Position des Absorptionsmaterials.

Teil 2

 

 

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