Chassis historisch

Visaton TLx

TLx ===> TL16H ? 

Visaton war immer schon bekannt einige Schmankerl im Programm zu haben. Chassis wie ein Mittelton-Horntreiber DR-45 und der Hochtöner TL16H genießen in der Szene große Anerkennung. Oft haben solche Chassis auch Urväter....oder Mütter. Uns wurde von einem Abonnenten ein Chassis zum testen angeboten, das ohne eine Bezeichnung in einer Visaton Original Styropor-Verpackung bei uns ankam.

Die Treiber sahen so gut aus, dass wir uns dieses Angebot unsere historische Datenbank zu erweitern natürlich nicht entgehen lassen wollten. Leider fanden wir im Netz nichts über diese Treiber, so das wir sie einfach mal TLx nennen wollen. Es hat uns natürlich sehr interessiert was beim Test der vermeintlichen Vorgänger des TL16H rausgekommenen würde...............

 

 

 

 

Chassis-Datenblatt © www.hifi-selbstbau.de
So werden Lautsprecherchassis von HiFi-Selbstbau gemessen
Hersteller: VISATON Typ: TL ??, 8 Ohm Datenblatt des Herstellers nicht verfügbar

Foto des Chassis
 

 

TSP (Mittelwert und Streuung
von 2 Chassis):
Resonanzfrequenz Fs
DC-Widerstand Rdc
Mechanische Güte Qms
Elektrische Güte Qes
Gesamtgüte Qts
Wirkungsgrad Eta (1m, 2.83V, Halbraum)
nicht bestimmbar
6.52 Ohm (+/-0.5%)
nicht bestimmbar
nicht bestimmbar
nicht bestimmbar
107.71 dB (+/-0.22)

Pseudorauschen > 1000 Hz (0°, 15°, 30°, 45°, 60°; MP3 42 kB) ACHTUNG: 5 dB leiser !!

 


Sprungantwort (Chassis 2, 50 cm, 0°)

Zerfallspektrum (Chassis 2, 50 cm, 0°)

 


Klirrfaktor bei 95 bis 110dB/1m (Halbraum)

 

 


 

Kompletter Datensatz beider Chassis (Impedanz, Schalldruck, Bündelungsgrad und Schallleistung im OCT-Format, Klirrfaktor und komplexer Frequenzgang als TXT-Datei, ZIP, 55 kB)
Hinweis: Beide Chassis sind nicht eingerauscht (NOS)!


Unsere Meinung:
  • Der äußere Eindruck:
    sieht aus wie ein VISATON TL16H, nur deutlich größer. Keine Daten zu finden im Internet







 

 

  • Die TSP:
    Mehrere Impedanzspitzen zwischen 1.3 und 3 kHz (typische für Horntreiber), geringe Streuung bis auf 1. Impedanzspitze bei 1.2 kHz.
    Sehr geringe Pegelabhängigkeit des Impedanzverlaufs.
    Der Wirkungsgrad ist mit 107.7 dB/2.83V/m sehr hoch.

     

  • Der Frequenzgang:
    Geht selbst auf Achse nicht sehr hoch ("Absturz" > 10 kHz). Großes "Loch" zwischen 2.2 und 4.5 kHz, das bei beiden Chassis sehr (bis zu 8 dB) unterschiedlich ausfällt (obwohl der Impedanzverlauf sehr identisch ist).
    Relativ gleichmäßiger Abfall unter Winkeln, daher nur leicht abfallender Energiefrequenzgang.
    Bei Verschiebung des Horns nach vorne (dX=-5.5cm) bzw. nach hinten (dX=+5cm) tut sich nur sehr wenig im Bereich um 1.4 kHz, das "Loch" wird nicht beeinflusst.
    Relativ langes Ausschwingen bei den beiden unteren Impedanzspitzen 1.3 und 1.8 kHz und zwischen 7 bis 10 kHz.

     

  • Der Klirrfaktor:
    Beim "Loch" im Frequenzgang gibt es entsprechend eine Überhöhung im Verlauf des Klirrfaktors. Oberhalb von 3.5 (Chassis 1) bzw. 4 (Chassis 2) kHz ist der Klirrfaktor in Anbetracht der hohen Pegel sehr gering, es wird jedoch eine steile Filterung von 18 dB/Oktave empfohlen um das K3-Klirrmaximum bei 2.5 bzw. 3 kHz zu unterdrücken.
    Auch hie rist das Verhalten recht unterschiedlich, Chassis 2 kollabiert bei 110 dB.

     

  • Die Pegellinearität:
    sieht nicht so toll aus. Insbesondere bei 10 kHz verhält sich das Chassis recht nichtlinear, dies setzt jedoch recht sanft ein. Dies spielt sich wegen des hohen Wirkungsgrades jedoch bei recht hohen Pegeln ab. Bei 10 kHz ergibt sich eine Dynamikkompression von 1 dB z.B. bei +15 dB re 1 Volt, dies entspricht immerhin 114 dB in 1m.
    Unterhalb von 3 kHz wechselt das Vorzeichen der Nichtlinearität, auch dies legt eine steile Trennung ab 3.5 bzw. 4 kHz nahe.

     


HiFi-Selbstbau-Fazit:


Das vorliegende Chassis hat zwar keinen Aufdruck, es kommt allerdings in einer Styropur-Verpackung mit VISATON "Eindruck" und entspricht optisch sehr stark dem VISATON TL16H, ist nur deutlich größer. Insgesamt macht es einen sehr wertigen Eindruck.

Der Frequenzgang sieht allerdings nicht so toll aus, es ergibt sich ein Nutzbereich von lediglich 4 bis 10 kHz. Unterhalb von 4 kHz verhalten sich beide Chassis um bis zu 8 dB unterschiedlich, selbst eine steile Filterung mit 18 dB/Oktave bei 4 kHz entschärft diese Unterschiede nur unzureichend. Das Rundstrahlverhalten ist sehr gut.

Das Klirrverhalten ist oberhalb von 4 kHz gut, auch hier empfiehlt sich eine steile Trennung bei 4 kHz.

Als Aufsatzhochtöner für Breitbänder geht er nicht hoch genug, als Hochtöner für einen lauten Mitteltöner geht er zudem nicht tief genug. Trotz der schönen Optik und Anfassqualität ist er aus akustischer Sicht wenig empfehlenswert.
 

Kommentare  

+1 # andik 2012-09-21 09:35
Hallo,

habe diese Hochtöner in einem älteren Visatonkatalog gefunden, die nennen sich RR32, war seinerzeit als Restposten deklariert der ohne Garantie verkauft wurde, bei bedarf kann ich den Katalogteil scannen und euch schicken. Die F-Gangmessung sieht im Katalog völlig anders aus. :S
# donhighend 2011-01-19 23:52
Es dürfte sich um das Modell HTH25 handeln. Wenn ich mich recht entsinne, werkelt darin, im Gegensatz zu den bekannten Fostex Hochtonhörnern, keine Ringmembran, sondern eine Kalotte. :whistle:
# Franky 2011-01-19 20:55
Diesen Hochtöner kann man nicht in einen Topf mit anderen wie von Fostex, Coral oder auch Visaton werfen. Ich hatte auch mal welche vor einigen Jahren und fand deren Qualität scheußlich. Das Aluhorn ist billigster Aluguß der bei meinen sogar Lunkerstellen aufwies. Das Alu ließ sich auch nicht polieren. Magnetsystem und Membran sind von der billgsten Sorte und die Gehäusegröße umschließt laue Luft. Diese Dinger sind Schrott.
-1 # Oliver Martin 2011-01-19 20:40
Hallöle :cheer:
Im Visatonforum habe ich das Teil gefunden. Soll HTH 25 heissen.

Quelle:
http://www.visaton.de/vb/showthread.php?t=17220

Gruss
Olli
# kboe 2011-01-19 17:02
wenn ihr mehr drüber erfahren wollt, wäre es wahrscheinlich eine gute idee ein foto im visaton forum zu posten....

gruß
kboe
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