Hochtöner

Bohlender & Graebener NEO3 PDRi (RAW)


Chassis-Datenblatt © www.hifi-selbstbau.de
So werden Lautsprecherchassis von HiFi-Selbstbau gemessen
Hersteller: BOHLENDER & GRAEBENERTyp: NEO3 PDR-i/RAW, 4 OhmDatenblatt des Herstellers

Foto des Chassis


 

 

TSP (Mittelwert und Streuung
von 2 Chassis, Anregung -12 dB):
Resonanzfrequenz Fs
DC-Widerstand Rdc
Mechanische Güte Qms
Elektrische Güte Qes
Gesamtgüte Qts
Wirkungsgrad Eta (1m, 2.83V, Halbraum)
1648 Hz (+/-1.3%)
3.48 Ohm (+/-0.6%)
1.312 (+/-17.5%)
37.546 (+/-18.8%)
1.268 (+/-17.6%)
93.12 dB (+/-0.28)


Pseudorauschen horizontal > 1000 Hz (0°, 15°, 30°, 45°, 60°; MP3 42 kB)

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Pseudorauschen vertikal > 1000 Hz (0°, 15°, 30°, 45°, 60°; MP3 42 kB)

{audio}/images/stories/chassis/bg_Neo3raw/Neo3R_1_C01_SPLdegV.mp3{/audio}


Sprungantwort (Chassis 2, 20 cm, 0°)

Zerfallspektrum (Chassis 2, 20 cm, 0°)

 


Klirrfaktor bei 85 bis 100dB/1m (Halbraum)

 


 


Kompletter Datensatz beider Chassis (Impedanz, Lp, Lw und Bündelungsmaß im OCT-Format, Klirrfaktor und komplexer Frequenzgang als TXT-Datei, ZIP, 54 kB)
Hinweis: Beide Chassis sind neu!

Unsere Meinung:
  • Der äußere Eindruck:
    Die "nackte" Ausführung des B&G NEO3 PDR-i/RAW (erkennbar am Anhang /RAW; im Folgenden einfach nur Neo3 (Raw) genannt) sieht extrem unscheinbar aus, irgendwie gar nicht wie ein "normaler" Lautsprecher. Er gehört ja auch zur Familie der Magnetostaten, da ist das so üblich. Die (Stab-) Magneten sitzen - gut versteckt - hinter der gelochten Frontplatte, die Membran ist eine dünne Kunststofffolie (nicht irgendeine, sondern eine Kaladex-Folie von DuPont) und eine Schwingspule hat der Neo3 auch nicht. Dafür sind ein paar Leiterbahnen auf die Folie geätzt, das ist alles. Von hinten kommt dann noch mal eine Platte mit Magneten, so dass sich ein symmetrisches Design ergibt (Push-Pull Design). Eigentlich ganz einfach zu fertigen.
    Die äußeren, seitlichen Lochreihen sind mit Absorptionsmaterial gefüllt. Diese bedämpfen nach Herstellerangabe nicht etwa mechanisch die Membran sondern es wird nur die hochfrequente Schallabstrahlung der Seitenbereiche absorbiert. Dadurch werden die hohen Töne nur aus den 3 mittleren Lochreihe abgestrahlt, wodurch das seitliche Rundstrahlverhalten günstig beeinflusst wird. Das ganze hat sich BOHLENDER & GRAEBENER unter der Bezeichnung PDR (= Progressive Drive and Radiation) patentieren lassen.
    Serienmäßig ist der Neo3 auf der Rückseite mit einer Kunststoffabdeckung abgeschlossen.

    Nach Herstellerangaben kann man die rückseitige Abdeckung aber einfach "abhebeln", wenn man das Chassis als Dipol betrieben will. Wegen der hitzeempfindlichen Membran und den dünnen Leiterbahnen sollte die elektrische Zuleitung auf GAR KEINEN FALL angelötet werden sondern mittels 6.3 mm Flachsteckern erfolgen.
    Die Befestigung des Neo3 (Raw) gestaltet sich gar nicht so einfach - aus gutem Grund wird in der Regel die Variante mit optimierter Frontplatte (NEO3 PDR-i ohne /RAW) geordert. Vorder- und Rückseite des Neo3 (Raw) sind vernietet, so dass sich keine glatte Auflagefläche ergibt. Die eigentliche "Frontplatte" steht etwas vor, so dass sich für eine "bündige" Montage nur die Befestigung von hinten anbietet.

     

  • Die TSP:
    "Ein Magnetostat hat doch gar keine TSPs" ist die landläufige Meinung. Wenn man sich den Frequenzgang aber genau anguckt sieht man doch ein kleines Hügelchen um 1600 Hz. Na klar, so ein Magnetostat hat auch eine Membranmasse (sehr gering) und eine Nachgiebigkeit der Einspannung (sehr hoch), ist also auch nur ein Feder-Masse-System. Die elektrische Bedämpfung funktioniert aber nicht so gut, da der Luftspalt relativ groß ist. Daher ist Qes mit 37.5 auch extrem groß, d.h. der Magnet hat das Chassis bei der Resonanzfrequenz nicht gut im Griff. Was elektrisch nicht klappt kann man aber ja auch mechanisch hinkriegen, indem man z.B. einen Strömungswiderstand in das rückwärtige Gehäuse einbringt - oder einfacher ausgedrückt: Absorptionsmaterial. Je nach Anordnung und genauer Dimension der Magnete und des Absorptionsmaterial streuen Qes und Qms - und damit Qts ganz ordentlich. Die Resonanzfrequenz des Neo3 (Raw) liegt bei etwa 1650 Hz, und die Gesamtgüte von 1.27 führt zu einer kleinen Überhöhung im Frequenzgang bei etwas über 2 kHz.

     

  • Der Frequenzgang:
    Der Frequenzgang verläuft zwischen 1800 und 16k Hz sehr linear mit einer Schwankungsbreite von +/- 1.5 dB. Die horizontale Bündelung setzt aufgrund einer bedämpften Resonanz bei 8.5 kHz erst ab ca. 10 kHz ein. Vertikal beginnt die Bündelung bereits bei 4 kHz. Dies gilt bei "bündigem" Einbau des Hochtöners, was gar nicht so einfach zu realisieren ist. Selbst eine 4mm dicke Sperrholzplatte in Membrannähe verschlechtert den Frequenzgang, besonders auch seitlich. Darauf ist bei der Gestaltung der Frontplatte zu achten - oder man nimmt gleich die "Fertigvariante" NEO3PRD-i.
    Der winkelgewichtete Schalldruck fällt oberhalb von 2 kHz kontinuierlich und recht gleichmäßig mit ca. 3 dB/Oktave ab. Auch der Bündelungsgrad nimmt kontinuierlich und recht gleichmäßig oberhalb von 3 kHz zu.
    Bei 2 kHz ist einer verzögertes Ausschwingen auf der Grundresonanzfrequenz erkennbar. Darüber ist das Ausschwingverhalten perfekt, bis auf ein leicht verzögertes Ausschwingen bei knapp 10 und gut 15 kHz.

     

  • Der Klirrfaktor:
    Der Klirrfaktor sieht ausgesprochen gut aus. Hier macht sich das symmetrische Design bezahlt, bei dem die Magnetstäbe vor UND hinter der Folienmembran angeordnet sind. Die Klirrkomponente K2 beträgt bei einem mittleren Schalldruck von 85 / 90 / 95 / 100 dB oberhalb von 2 kHz im Mittel 0.41 / 0.71 / 1.25 / 2.23 %. Für K3 ergeben sich unter gleichen Bedingungen die sensationell niedrigen Werte von 0.03 / 0.05 / 0.11 / 0.32 %. zwischen

     


HiFi-Selbstbau-Fazit:


So unscheinbar der NEO3PRD-i/RAW in der "Nackt"-Version aussieht, so faustdick hat er es hinten den Magnetstäben. Der Frequenzgang verläuft mit geschlossenem Rückvolumen und bündigem Einbau von 1800 bis 160000 Hz auf Achse sehr linear. Dank der patentierten PDR-Technik ist das horizontale Rundstrahlverhalten extrem gut. Und dank des symmetrischen Push-Pull-Antriebs liegen die Verzerrungen (insbesondere K3) trotz Schalldruckpegeln bis 100 dB bereits ab 2 kHz sehr niedrig. Der Preis von 69,- € für die RAW Version und 89,- Euro (dank Direktimport durch die Proraum GmbH) für die Version mit Frontplatte darf dabei als unschlagbares Angebot gewertet werden. Alles in allem ein echtes Highlight!
Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen übrigens auch die Leute bei Zaph-Audio beim Bruder NEO3PRD-i (mit Frontplatte) in ihrem Nicht-Kalottenhochtöner-Test.

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