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Der Frequenzgang:

Der Frequenzgang des "Tieftöners" verläuft auf Achse zwischen 200 und 2000 Hz recht gleichmäßig (+/- 2.15 dB). Um 500 und 1000 Hz gibt es jedoch jeweils einen ca. 2 dB tiefen und 300 Hz breiten Einbruch. Einen weiteren Einbruch gibt es bei 2.2 kHz, gefolgt von einer Überhöhung um 2.5 kHz und einem weiteren Einbruch bei 3 kHz: diese Welligkeiten zeigen viele Koaxialchassis nach "Tannoy-Bauart" in diesem Frequenzbereich. Offenbar "verirren" sich einige Schallwellen im Trichter des Hochtonhorns und kommen dann zeitverzögert wieder zum Vorschein. Für einen Frequenzgangeinbruch bei 2.2 kHz müsste der Umweg 1/2 der Wellenlänge bei 2.2 kHz groß sein, also ca. 78 mm groß -> die Tiefe des Hochtontrichters müsste dann halb so groß sein, also 39 mm. Der Zollstock zeigt aber eine Tiefe von ca. 55 mm an -> das passt nicht.
Dann müsste man in der Sprungantwort eine 2. "Zacke" ca. 0.078 [m] / 343 [m/s] = 0.000227 [s] = 0.227 [ms] nach der 1. Spitze erkennen können. Dort gibt es tatsächlich eine Zacke, die aber besser zur Membranresonanz bei 5.4 kHz passt (1/5400 [Hz] = 0.185 [ms]).
Die Bündelung setzt ab ca. 1.2 kHz sanft ein und nimmt oberhalb von 2.5 kHz deutlich zu. Der winkelgewichtete Schalldruckpegel fällt ab 1.9 kHz stark ab.
Beide Tieftöner verhalten sich bis 4 kHz recht ähnlich.

Pseudorauschen > 200 Hz (0°, 15°, 30°, 45°, 60°; MP3 42 kB)


Der Frequenzgang des Hochtöners verläuft auf Achse recht unruhig - aber typisch für ein Constant-Directivity-Horn. Zwischen 2.5 und 4.5 kHz werden über 105 dB Schalldruck erzeugt - und das bei einer Nennimpedanz von 16 Ohm (also "nur" einem halben Watt Anregung). Darüber fällt er mit ca. 6 dB/Oktave ab.
Unterhalb von 2.5 kHz fällt der Pegel zunächst bis 1334 Hz um ca. 10 dB ab, bäumt sich um 1000 Hz aber noch einmal um 4 dB auf um dann endgültig mit ca. 24 dB/Oktave abzufallen.
Zieht man dieses "grundlegende" Verhalten ab bleibt auf Achse eine kleine Welligkeit mit Einbrüchen bei 3, 6 und 9 kHz übrig. Dieses Verhalten ist häufig bei Koaxialchassis nach "Tannoy-Bauweise" zu finden, da es durch den Luftspalt im Übergang zwischen Hochtonhorn und Tieftonmembran prinzipbedingt Störungen gibt - und auf Achse treffen diese Störungen halt alle zur selben Zeit das Mikrofon . . .
Der winkelgewichtete Schalldruck verläuft oberhalb von 5 kHz schön gleichmäßig mit kontinuierlichen Abfall von ca. 6 dB/Oktave.
Bei knapp 7 kHz zeigt sich unter allen Winkeln eine kleine Überhöhung.

Pseudorauschen > 1000 Hz (0°, 15°, 30°, 45°, 60°; MP3 42 kB)

Beide Hochtöner verhalten sich sehr ähnlich, nur oberhalb von 16 kHz gibt es nennenswerte Abweichungen.

Vergleicht man den Bündelungsgrad so verhalten sich Tief- und Hochtöner bis ca. 2.2 kHz ähnlich, darüber steigt die Bündelung des Tieftöners deutlich stärker an als die des Hochtöners -> im Sinne eines gleichmäßigen Bündelungsverhaltens sollte die Trennfrequenz nicht höher als 2.2 kHz sein: