Chassis-Datenblatt © www.hifi-selbstbau.de
So werden Lautsprecherchassis von HiFi-Selbstbau gemessen
Hersteller: GRADIENTTyp: W160AL, 8 OhmDatenblatt des Herstellers

Foto des Chassis

 

 


 

 

Membranfläche:Außendurchmesser:
Innendurchmesser:
Plugdurchmesser:
-> Membranfläche Sd:
137 mm
117 mm
0 mm
126.7 cm²
TSP aus Messung
mit Zusatzmasse
(Mittelwert und Streuung
von 2 Chassis):
Resonanzfrequenz Fs
DC-Widerstand Rdc
Mechanische Güte Qms
Elektrische Güte Qes
Gesamtgüte Qts
Effektive bewegte Masse Mms
Äquiv. Luftvolumen Vas
Kraftfaktor BL
Wirkungsgrad Eta (1m, Halbraum)
44.52 Hz (+/-1.1%)
6.23 Ohm (+/-0.6%)
2.301 (+/-1.4%)
0.631 (+/-4.6%)
0.495 (+/-3.3%)
13.23 gr (+/-0.9%)
21.98 dm³ (+/-1.4%)
6.05 N/A (+/-2.2%)
87.88 dB (+/-0.31)

Pseudorauschen > 200 Hz (0°, 15°, 30°, 45°, 60°; MP3 42 kB)

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Sprungantwort +1.5 V -> -1.5 V
Messen!

 


Klirrfaktor bei 85 bis 95dB/1m (Halbraum)

 


 


Kompletter Datensatz beider Chassis (Impedanz und SPL im OCT-Format, Klirrfaktor als TXT-Datei, ZIP, 35 kB)
Hinweis: Beide Chassis sind neu!

Unsere Meinung:
  • Der äußere Eindruck:
    Zunächst einmal fällt die vornehm silbrige Alu-Membran des GRADIENT W160AL auf, der er auch das Kürzel "AL" in der Modellbezeichnung zu verdanken hat. "Blickfang" der Membran ist ihr Zentrum, das auf den 1. Blick wie ein Phase-Plug aussieht. Auf den 2. Blick erkennt man, dass es "nur" eine ungewöhnlich geformte Staubschutzkalotte ist. Dadurch wird das Volumen zwischen (nicht durchbohrter) Polplatte und der Staubschutzkalotte vergrößert, so dass Kompressionseffekte gemindert werden (s.u.).


    Der GRADIENT W160AL hat zwar "nur" einen Blechkorb, der von vorne allerdings recht hübsch aussieht. Da er sehr flach ausgeführt ist kann auf ein Einfräsen des Chassis verzichtet werden. Der W160AL ist mit einem Kompensationsmagneten ausgerüstet und daher auch in der Nähe von Fernsehgeräten gern gesehen.

     

  • Die TSP:
    Die TSP weisen den W160AL als Universalisten aus: er fühlt sich sowohl in einem 15 l geschlossenen Gehäuse als auch in einer 35 l Bassreflexbox wohl. Auch für eine TQWT sollte er mit einem Qts von knapp 0.5 gut geeignet sein:

    Bedingt durch die relativ schwere Aluminimummembran ist der Wirkungsgrad mit 87.9 dB/2.83V/m praxisgerecht. Die mechanische Güte ist mit 2.3 relativ gering, da für aufwändige Belüftungsmaßnahmen oder einen Kapton-Schwingspulenträger kein Geld übrig war.
    Bei der Impedanz fällt nur eine "Delle" bei 1600 Hz auf. Der Impedanzanstieg zu hohen Frequenzen ist "normal" ausgeprägt.

  • Der Frequenzgang:
    Bei der Messung auf Achse könnte man bis auf den Einbruch bei 4 kHz fast denken, dass man einen Breitbänder vor sich hat! Die 15°-Messung holt einen dann aber auf den Boden der Tatsachen zurück und entlarvt eine Membranresonanz bei 5 kHz. Die Messungen bei noch höheren Winkeln zeigen, dass sich das Chassis (bis auf eine winzige Delle bei 1600 Hz) bis 2500 Hz fast perfekt verhält. Der W160AL scheint damit die ideale Besetzung für ein 2-Wege-System zu sein.


  • Der Klirrfaktor:
    In den Farbkarten fällt zunächst einmal bei höheren Pegeln der "Fleck" von 2 - 5 sec. um 10 kHz herum auf. Hierbei handelt es sich um "Zisch"-Geräusche, die durch die Kompression der zwischen der (wie ein Phase-Plug geformten) Staubschutzkalotte und der (nicht durchbohrten) Polplatte eingeschlossenen Luft verursacht werden. Dieser Effekt ist in den "normalen" Klirrkurven K2 bis K8 nicht zu erkennen - ein weiterer Vorteil der Farbkartendarstellung!
    Der Klirrfaktor ist bis auf eine schmale Spitze bei 1600 Hz (verursacht durch die kleine Delle im Frequenzgang) in Ordnung: bei 90 dB wird die 1%-Marke zwischen 80 und 2500 Hz nicht überschritten!

HiFi-Selbstbau-Fazit:


Der GRADIENT W160AL ist mit 31 € extrem preiswert, sieht sehr wertig aus, hat einen Kompensationsmagneten und bis ca. 2500 Hz einen fast idealen Frequenzgang!! Damit ist er die ideale Besetzung für ein preiswertes aber hochwertiges 2-Wege-System. Das Gehäuse kann je nach vorhandenem Platz als geschlossene Box (z.B. 15 dm³ -> F3 = 67 Hz) oder als Bassreflexbox ausgeführt werden (z.B. kleine Standbox mit 35 dm³ -> F3 = 35 Hz). Höhere Heftige Pegel im Bassbereich mag der W160AL allerdings nicht wirklich: dann gibt es wegen fehlender Polkern-Bohrung deutlich hörbare "Zisch"-Geräusche. Aber wer bläst seine Chassis denn schon mit 10 Volt bei 50 Herz Stundenlang ein? Wenn man jedoch auf die Idee kommen sollte mehrere W160AL verwenden zu wollen, relativiert sich aufgrund der Entlastung des einzelnen Treibers dieses, in der Praxis, relativ unwichtige Manko deutlich.

Dieses Chassis ist aus unserer Sicht besonders empfehlenswert. Soviel Leistung für sowenig Geld sieht man selten. Wir haben schon einen Plan für eine recht spektakuläre Konstruktion in der Schublade.