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in fremden Gewässern fischen,

wollten wir als wir überlegten dieses Jahr zum ersten mal zu einer....zu DER Car HiFi Messe, der Car & Sound zu gehen. Auch weil sie dieses Jahr zum ersten mal in Köln veranstaltet wurde und wir da quasi zu Fuß hingehen konnten bot sich der Trip bei der abgefahrenen Auto-Fraktion an. Arbeitstechnisch konnten wir uns nicht beide von der Pflicht lossagen und so kam es das Thomas alleine in der Blechlawine unterwegs war.

Was er so entdeckte und kennenlernen durfte schildert er in seinem kleinen Bericht zur..

Car & Sound 2009


Bericht von der Car + Sound 2009 in Köln

Bisher war die Messe Car + Sound immer in Sinsheim zu Hause, das liegt etwa zwischen Heidelberg und Heilbronn - und damit nicht unbedingt am Nabel der Welt. OK, Frankfurt bzw. das Rhein-Main-Gebiet mit ca. 2.2 Mio Einwohnern liegt nur etwa 125 km entfernt. Aber das Ruhrgebiet mit immerhin 5.3 Mio Einwohnern und einer sehr lebendigen Car-HiFi-Szene liegt knapp 350 km weit weg - und damit etwas weit für einen Tagestrip.

Dieses Jahr findet die Car + Sound zum 16. Mal statt, und zum ersten Mal direkt vor unserer Haustür in Köln - da mussten wir dann doch mal gucken was da so los. Eigentlich haben wir ja bisher nicht sooo viel im Bereich Car-HiFi gemacht - bis auf die Integration eines Subwoofers in einen Porsche eigentlich gar nichts.

Wenn man auch schnell dabei ist die Car-HiFi-Leute in eine Proll-Ecke zu stecken ("boah ey, geil"), so gebührt ihnen eigentlich großer Respekt. Bei vielen HiFi-Selbstbauern hört der Spaß ja bei im Baumarkt zugeschnittenen, rechtwinkligen Brettern auf, und bei Gehrungsschnitten wird schon "Zeter und Mordio" geschrien. Wer einen runden Korb einfräsen kann wird schon mit einem Schulterklopfen bedacht. Darüber können die richtigen Car-HiFi-Leute nur schmunzeln: da werden komplizierte Doorboards passgenau angefertigt und GFK-Skulpturen modelliert was das Zeug hält. Im Auto ist halt fast alles krumm und schief und damit eine Spezialanfertigung. Und Leute, die rechteckige Holzkisten zusammen nageln, werden dort eher mitleidig belächelt . . .

Noch ein anderes Vorurteil gibt es über die Car-HiFi- bzw. ganz allgemein Auto-Tuning-Leute (denn beides geht oft Hand in Hand): ohne lecker Mädchen geht nix! Mal sehen ob das stimmt . . .

Ich habe die Car + Sound am frühen Samstag Nachmittag so gegen 14 Uhr besucht - ja, ja, der Wochenendeinkauf will halt auch erst mal gemacht sein. So richtig viel Andrang war um diese Zeit nicht mehr, die ersten Messebesucher verließen schon den Ort des Geschehens.

Die Messe fand im Wesentlichen in den Hallen 2.1 und 2.2 statt, und da sah es dann schon etwas voller aus.

Das war allerdings kein Vergleich zur Prolight & Sound in Frankfurt

 


 

Halle 2.1

Zuerst stolperte ich über den relativ großen Stand von Audio System, und da entfachten gleich 2 Fahrzeuge mein Interesse:

Merke: Musik ODER Kofferraum . . .

Danach hatte ich eine Begegnung der besonderen Art mit dem MTX JackHammer, dem weltgrößten Subwoofer mit quadratischer Membran (25x25", Gewicht knapp 200 kg):


Die junge Frau auf dem Bild prüft wohl, ob auch wirklich alles aufs Bild gekommen ist . . .

Apropos Frau: die Car-HiFi-Branche (zumindest die englische Firma InPhase) hat mit der Serie Pink! auch das schwache Geschlecht entdeckt . . .

Das Innenleben besteht fast nur aus Bassreflexrohr, der Treiber selber glänzt mit doppelter Zentrierspinne, Fahrradschlauchsicke und Polkernbohrung etc.

Dort hatte ich auch meine 2. Begegnung der besonderen Art - ein downfiring Subwoofer-UFO für den Hausgebrauch! - leider ein Prototyp . . .

Die nächste Begegnung der besonderen Art nahm ich nur aus den Augenwinkeln im Vorübergehen war - leider. Es war die junge Dame auf dem Poster, die außer einem Stringtanga und einem Paar hochhackiger Schuhe nur etwas Farbe anhatte . . . Sie machte Werbung für das schön lackierte Auto (Stichwort Airbrush-Verfahren):

Danach war ich auf dem beeindruckend großen Stand (175 m²) von MONACOR, die dort ihre Car-HiFi-Marke CarPower vorgestellt haben:

Die primären Objekte der Begierde waren für mich die neuen Raptoren 15MK2 (links) sowie 12MK2 (rechts):

Nach jetziger Planung werden wir auf der 7. HiFi-Music-World eine passive Variante der BigLine mit externem Subwoofer vorstellen, wobei der neue Raptor 15MK2 zum Einsatz kommen wird.

Für schwierigere technischen Fragen stand der technische Leiter von MONACOR Thorsten Günther am Messestand zur Verfügung - wie schon auf der Prolight & Sound mit Ohrstöpseln, denn der Hintergrundpegel war mitunter nicht ohne:

 


 

Car-HiFi-Wettbewerbe und Verbände

Auf dem Weg von der Halle 2.1 in den 2. Stock zur Halle 2.2 habe ich einen Abstecher in die dazwischen liegende Halle 1 gemacht. Dort gab es neben einer Showbühne unter anderem eine Ausstellung der von der EMMA prämierten Fahrzeuge. Dort kommt es zum einen auf sehr guten Sound an, zum anderen auf einen praxisgerechten Einbau, so dass die Fahrzeuge auch noch "normal" nutzbar sind. Die EMMA (= European Mobile Media Association, ab 2000) ist die wohl wichtigste Vereinigung im Bereich Car-HiFi. Sie führt jedes Jahr Wettbewerbe durch und kürt nach einem ausgeklügelten, objektiven Bewertungsschema die besten Car-HiFi-Fahrzeuge (Sound, Einbau etc.). Bei der Sound Quality Beurteilung greift die EMMA nicht auf vorhandene Soundbeispiele zurück sondern produziert in eigener Regie Musikstücke, so dass genau bekannt ist wie es klingen muss. Die CD sowie das aktuelle Regelwerk kann man hier erwerben, dazu gibt es sogar eine Erklärungs-DVD. Wem das noch nicht reicht kann sogar an einem Jurorentraining teilnehmen.

Neben der EMMA gibt es noch die AYA (= Are you authentic; ab 2006). Im Unterschied zur EMMA handelt es sich hier um einen gemeinnütziger Verein. Auch hier geht alles mit rechten Dingen und nach Vorschrift zu: Klang- und Installationsjuroren werden trainiert und die AYA hat auch eine eigene Klangbewertungs-CD. Sowohl das Regelwerk als auch Hinweise zur Beurteilung der Wiedergabe der Klangbewertungs-CD sind downloadbar.

Eine weitere Gruppierung im Bereich Car-HiFi nennt sich EASCA (= European Auto Sound Association, ab Ende 2008) und bezeichnet sich selbst "unkomplizierten Fachhandelssupportverband". Auf der Homepage sind noch nicht allzu viele Informationen vorhanden, immerhin gibt es so etwas wie eine Bundesliga. Trotz des recht jungen Alters hat bereits im März eine Jurorenschulung statt gefunden. Man darf gespannt sein wie sich dieses Pflänzchen entwickelt. Während AYA nur in Deutschland agiert will sich EASCA europaweit etablieren. Auf der AYA-Homepage gibt es unter den News "eine Stellungnahme des Vorstands des AYA e.V. zum Thema EASCA".

In der Halle 1 wurde auch dBCup Fahrzeuge ausgestellt. Bei diesen Fahrzeugen geht es darum, möglichst viel Schalldruck zu erzeugen. Der Weltrekord steht momentan bei 179.5 dB (s. Spiegel). Das ist ein tödlich hoher Schalldruck, sogar die üblichen 1/2" Brüel & Kjaer Messmikrofone können so hohe Schalldrücke nicht mehr messen! Da schwankt der statische Luftdruck von 1000 Millibar um immerhin +/- 266 Millibar, man erzeugt also ein 27%iges Vakuum! Daher müssen die Scheiben auch gegen Panzerglas ausgetauscht und alle Hohlräume mit Beton gefüllt werden. hier ein paar Impressionen:


und das bei den Kupferpreisen . . .

 


 

Halle 2.2

Im Obergeschoss stieß ich gleich zu Beginn auf den Stand der italienischen Firma elletromedia mit den Marken Hertz und audison. Standesgemäß war das Showcar ein FIAT 500, und die Hertz-Chassis in der Tür fielen mir ins Auge:


4 Hochtöner nebeneinander sieht zwar gut aus, ist aber akustisch eher der Obergau . . .

Von den Tiefmitteltöner (oder Kickbässen, wie das in Car-HiFi-Chinesisch heißt) habe ich leider kein gutes Detail-Bild hinbekommen, aber die V-förmig geformt (Hertz nennt das exponential V-Cone) und nicht etwa aus Alu sondern aus (hier silbern) lackiertem Papier, aber im Hertz-Katalog ist ein schönes Schnittbild . . .

Der Hammer kam aber im Heck des kleinen Cinquecento:

 

Im Katalog habe ich dann noch einen Mitteltonmagnetostaten entdeckt, den ML500R.

Auf demselben Stand machte ich noch eine andere Entdeckung: das System bit one von audison. Das ist so in etwa ein DCX2496 mit Vorverstärker und externem Bedienpanel. Der Preis liegt mit 550 € noch im akzeptablen Bereich. Es gibt mehrere Inputs (auch 2x digital) und insgesamt 8 Outputs. Das Bedienpanel ist wie eine kabelgebundene, bidirektionale Fernbedienung - natürlich mit digitaler Lautstärkeregelung. Der besondere Clou ist aber, dass auch digitale Ausgänge zur Verfügung stehen, an die die hauseigenen Thesis-TH-Endstufen angeschlossen werden können.

Bei HELIX fand ich die digitale Frequenzweiche DXP-6 (UVP 249 €), die allerdings keine parametrischen Equalizer zulässt (außer Bassboost) und komplett über die Tasten an der Gehäuseoberseite gesteuert wird. Auch die Delay-Einstellung ist mit 0.5 ms-Schritten (=17cm) etwas grob geraten.

Bei HELIX fand ich auch edel aussehende 54mm Mitteltonkalotten RS 802, für die allerdings stolze 339 €/Paar (UVP) aufgerufen werden.

Noch edler sahen die 54mm Mitteltonkalotten der Firma BRAX vom Typ Matrix 2.1 (Bild ohne das serienmäßig mitgelieferte Gitter) aus, mit 598 €/Paar (UVP) sind die aber auch nicht gerade ein Schnäppchen.

Interessant fand ich bei HELIX auch das Gerät Xjust, mit dem man bei analogen Aktivweichen mit ihren Winzigpotis die gewünschte Trennfrequenz auf beiden Kanälen gleich einstellen kann. Dazu ist ein entsprechender Sinusgenerator und eine Anzeige der Ausgangsspannung per LED eingebaut. Für "nur" 149 € ein sicher sinnvolles Messgerät im Car-HiFi-Bereich.

Beim Stand von Rainbow sah ich dann noch ein wirklich hübsch gemachtes 2-Wege-Kombo-System, bei dem vor allem die reichlich bestückte Frequenzweiche und die martialisch anmutende Frequenzweichenbehausung auffiel:

Zum Abschluss kam ich bei KENWOOD an einem Auto vorbei, dass ich gerne mitgenommen hätte:

Besonders gelungen fand ich die Anordnung der Bässe - Rückenmassage inklusive?

Beim Rausgehen kam ich dann noch an einem verrückten Auto im Batman-Stil vorbei - mit unglaublich langem Heckspoiler:


Der HECKSPOILER ist RECHTS im Bild . . .

Fragt sich nur wofür die Absperrung ist: damit die Jungs nicht an den Lack packen oder . . . Ja, ja, Sex sells, das weiß man auch bei Alpine.

Wie man sieht war nicht sooo viel los auf der Messe. Einige Aussteller sprachen von einem Rückgang der Aussteller um ca. 40% und einem etwa gleich großen Rückgang der Besucherzahlen (Stand Samstag Nachmittag). Da sind wir mal gespannt ob die Messe in Köln bleibt oder wieder nach Sinsheim zurückkehrt . . .

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