OneForAll

Der Name ist Programm, ein Breitbänder der genug Hochtonbereich macht, im Bass nicht gleich zusammenfällt und auch mal etwas lauter kann. Diesen Spagat schafft man mit einem 170 mm Chassis, in diesem Fall dem FE167e von Fostex. Wenn man dieses Chassis in eine "speziell" abgestimmte TQWT packt kommt ein ausgewogen klingender Lautsprecher mit einem Wirkungsgrad von 92 dB/W/m heraus. Dabei haben wir bewusst eine Wohnraumabstimmung gewählt, wohlwissend, dass die meisten Menschen ihre Lautsprecher nicht 2 m von jeder Wand weg stellen können.

Für klangkosmetische Feinkorrekturen wurde der Einfluss von passiven und aktiven "Frequenzverbiegern" untersucht.

Im Datenblatt des FE167e sieht man ein Breitbandchassis das sich durch geschickten Einbau und vernünftige Filterung zu einem sehr gut funktionierenden Lautsprecher kombinieren lässt.

Für das Gehäuse sagt unser Onlineberechnungstool für TQWTs eine Länge von ca. 170 cm bei Standardabstimmung voraus. Hier spielt der FE167e dann sehr tief, allerdings mit einem kontinuierlichen leichten Abfall zu tieferen Frequenzen hin. Durch geschickte Wahl des Querschnitts und verkürzen der Line kann man den Frequenzabfall kompensieren (siehe auch TQWT Variationen).

 

 

 

 Heraus kommt eine mit 125 cm relativ kurze, mit 55 Hz -3 dB vernünftig tief, dafür aber mit ca. 92 dB/W/m laut spielende schlanke Säule mit schräger Frontwant

Die Chassis-Gehäusekombination harmoniert so gut, dass man nur recht wenig mit Filtern eingreifen muss um eine ausgeglichenen Frequenzgang zu erzielen. Hier die Auswirkung der Schaltung auf den Lautsprecher im Vergleich zur direkten Ansteuerung ohne Filter:

Deutlich ist zu sehen, dass wir nur ganz sachte eingreifen, schließlich wollen wir das "Breitbänderfeeling" nicht wegfiltern und dem Chassis die Spielfreude lassen!
Die "noch bessere" Lösung ist jedoch aus unserer Sicht eine aktive Entzerrung mithilfe eines mit 31 Bändern im Terzabstand ausgestatten digitalen Equalizers, der darüber hinaus noch über mindestens 2 zusätzlichen parametrischen Filtern verfügen muss. Wir haben unseren UltraCurve DSP 8024 verwendet, der allerdings leider nicht mehr lieferbar ist. Im Prinzip sind aber alle Geräte geeignet, die die geforderte Filterkurve erzeugen können.

Zum direkten Vergleich zeigen wir auch hier wieder mit passiver Filterkurve:

Wenn man die Kurve glättet, was in etwas dem Hörempfinden des menschlichen Ohres entspricht, erhält man ein sehr ansehnliches Ergebnis.

Fazit HiFi-Selbstbau

Der FE167e erweist sich in der Praxis als recht leicht zu handhabendes Chassis. Ohne viel Aufwand lässt sich ein sehr gut klingender und einfach aufzubauender Lautsprecher realisieren. 92 dB Wirkungsgrad stellen auch leistungsschwache Verstärker nicht vor unlösbare Aufgaben. Das passive Filter glättet den Frequenzgang im kritischen Bereich ohne das Chassis einzuschnüren. Noch souveräner klingt der FE167e allerdings aktiv gefiltert. Hier kommt der Lautsprecher ohne weiteres an weit teurere 2-Weg Konstruktionen heran. Die haben ihm zwar vielleicht einen klareren Hochtonbereich voraus, können ihm aber in Punkte räumliche Illusion sicher nicht das Wasser reichen.

Hier eine ausführliche Konstruktions- und Baubeschreibung (Abonnenten)


Kommentare

Reuben
11 jahre vor
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1
Archibald
12 jahre vor
I just subscribed to your RSS feed, not sure if I did it right though? Good article by the way. =-=
Guest
13 jahre vor
zitiere HiFi_Selbstbau:
Hallo Uwe,

grundsätzlich richtig. Das Ohr "verzeiht" jedoch vieles, weshalb es dazu kommt das sich ein einfaches Breitbandsystem immer noch homogener, musikalischer anhört als viele Mehrweglautsprecher. Aus diesem Grund haben auch einfache Breitbandkonstruktionen ihre Berechtigiung.

MfG
Das HiFi-Selbstbau Team


Das Ohr freut sich aber viel mehr, wenn es verwöhnt wird!
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Apelt, Uwe
13 jahre vor
Hallo, tendenziell bin ich für Breitbänder. Jedoch nicht in dieser einfachen Form. Denn allen Breitbändern stehen die entscheidenden Nachteile im Weg. Daher bin ich der Meinung, nur eine Membran-Vorauskorrektur ist in der Lage, für richtige Verhältnisse zu sorgen. Ohne diese können Impulse nicht richtig zusammengesetzt werden, da Frequenz-Zeit-Differenzen stets Obertöne zu Grundtönen zeitlich falsch addiert werden. Damit ist das Hauptproblem für Klangabweichungen vorgegeben. Impulsanteile werden also nur die richtige Amplitude und damit hörbare Wirksamkeit erreichen, wenn sie exakt zur richtigen Zeit addiert werden. Die Phasenfehler der Chassis (auch eingebaut) sind viel zu groß über den gesamten Bereich. Demzufolge ist die Gesamtphasenlage zumindest im musikalisch wichtigen Bereich zu linearisieren.

Siehe auch www.pfleid.de oder www.hifi-klangservice.de

Es reicht nicht aus, nur den möglichst linearen Amplituden-Frequenzgang zu betrachten, richtiger Klang entsteht stets auch in Übereinstimmung von Amplitude und Phase.

Uwe Apelt
2
HiFi Selbstbau
13 jahre vor
Hallo Uwe,

grundsätzlich richtig. Das Ohr "verzeiht" jedoch vieles, weshalb es dazu kommt das sich ein einfaches Breitbandsystem immer noch homogener, musikalischer anhört als viele Mehrweglautsprecher. Aus diesem Grund haben auch einfache Breitbandkonstruktionen ihre Berechtigiung.

MfG
Das HiFi-Selbstbau Team

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