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Chassis-Datenblatt © www.hifi-selbstbau.de
So werden Lautsprecherchassis von HiFi-Selbstbau gemessen
Hersteller: MONACOR Typ: SPH-176, 8 Ohm Datenblatt des Herstellers

Foto des Chassis
 


Membranfläche: Außendurchmesser:
Innendurchmesser:
Plugdurchmesser:
-> Membranfläche Sd:
141 mm
121 mm
0 mm
134.8 cm²
TSP aus Messung
mit Zusatzmasse
(Mittelwert und Streuung
von 2 Chassis, Anregung -12 dB):
Resonanzfrequenz Fs
DC-Widerstand Rdc
Mechanische Güte Qms
Elektrische Güte Qes
Gesamtgüte Qts
Effektive bewegte Masse Mms
Äquiv. Luftvolumen Vas
Kraftfaktor BL
Wirkungsgrad Eta (1m, Halbraum)
41.29 Hz (+/-0.1%)
6.75 Ohm (+/-0.0%)
2.290 (+/-1.5%)
0.498 (+/-1.6%)
0.409 (+/-1.6%)
13.27 gr (+/-2.4%)
28.85 dm³ (+/-2.6%)
6.83 N/A (+/-2.0%)
88.75 dB (+/-0.03)

Pseudorauschen > 200 Hz (0°, 15°, 30°, 45°, 60°; MP3 42 kB)


Sprungantwort (Chassis 2B, 20 cm, 0°)

Zerfallspektrum (Chassis 2B, 20 cm, 0°)

Zerfallspektrum (Chassis 2B mod., 20 cm, 0°)


Klirrfaktor bei 85 bis 95dB/1m (Halbraum)



Kompletter Datensatz beider Chassis (Impedanz und Schalldruck im OCT-Format, Klirrfaktor und komplexer Frequenzgang als TXT-Datei, ZIP, 83 kB)
Hinweis: Beide Chassis sind 24 Stunden eingebrummt!

Unsere Meinung:
  • Der äußere Eindruck:
    Der MONACOR SPH-176 sieht wie ein moderner Klassiker aus: das schnörkellose Design des runden Blechkorbs und die Papiermembran sind überaus klassisch, die leicht glänzende Beschichtung der Membran, die weiche, dünne Gummisicke, die weiche Staubschutzkalotte aus Kunststoff und der hochgewölbte Rand des Blechkorbs sind deutliche "moderne" Zeichen.
    Eine Polkernbohrung gibt es nicht (eher klassisch), dafür ist die Zentrierspinne großzügig hinterlüftet und selbst in der Schwingspule finden sich Entlüftungslöcher (deutlich modern).
     


    Der hochgewölbte Blechkorb vermittelt fast schon die Optik eines Druckgusskorbs und erlaubt, dass das Chassis "auf die Nase" gelegt werden kann ohne Schaden zu nehmen. Das vereinfacht auch die Verpackung, die "nur" aus einem stabilen Karton und einer Tüte aus Luftpolsterfolie besteht und das Chassis dennoch perfekt schützt.

  • Die TSP:
    Mit einer Resonanzfrequenz von 41 Hz und einer Gesamtgüte von 0.41 liegen die TSPs sehr praxisgerecht. In einer 28 Liter großen Bassreflexbox ist damit eine untere Grenzfrequenz von 40 Hz möglich - nicht übel! Als Satellit für ein Subwoofersystem ist auch der Einbau in ein 12 Liter großes geschlossenes Gehäuse möglich:

    Die TSPs beider Chassis streuen nur sehr gering. Der Spannungswirkungsgrad liegt mit knapp 89 dB für ein 17er Chassis relativ hoch, wobei dies nicht durch einen geringen Gleichstromwiderstand "erschummelt" wird. Die bewegte Masse ist nicht übermäßig gering, dafür beträgt der Schwingspulenüberhang allerdings satte 5.5 mm.
    Der Impedanzverlauf zeigt oberhalb der Resonanzfrequenz nur ganz leichte Unregelmäßigkeiten, so dass keine gravierenden Membranresonanzen erwartet werden..

  • Der Frequenzgang:
    Der Frequenzgang verläuft bis ca. 3 kHz sehr ausgewogen, erst bei knapp 4 kHz zeigt sich auf Achse und unter 15° eine kleine Überhöhung. Ab ca. 2 kHz bündelt das Chassis zunehmend, darüber fällt der Frequenzgang unter höheren Winkeln gleichmäßig ab.
    Durch die relativ hohe Schwingspuleninduktivität fällt der Schalldruck oberhalb von 200 Hz leicht ab. Dieses Verhalten ist für den Einsatz als Bass-/Mitteltöner in einer 2-Wege-Kombination durchaus erwünscht um - trotz einer üblicherweise schmalen Schallwand - eine ausreichende Grundtonwärme zu erzeugen.
    Neben einer "normalen" Montage des Chassis auf der Schallwand wurde auch der Einfluss des vorstehenden Blechkorbs auf das Rundstrahlverhalten untersucht. Dazu wurde provisorisch eine 45° Phase mit Knetmasse modelliert. Dadurch wurde der Peak bei knapp 4 kHz um 2 dB abgebaut. Um zu ergründen ob dies tatsächlich durch Versenken des Chassis erreicht werden kann oder ob es sich lediglich um eine Bedämpfung des Blechkorbes durch die Knetmasse gehandelt hat, wurde in einem 2. Schritt nur der Hohlraum des vorstehenden Blechkorbes mit der Knetmasse gefüllt - mit identischem Ergebnis. Schließlich wurde das Chassis 2B so modifiziert, dass der komplette Hohlraum des vorstehenden Blechkorbs mit Heißkleber gefüllt wurde - und wieder ergab sich dasselbe Ergebnis.
     

    Dazu wurden zunächst die Befestigungslöchern zugeklebt, damit der Heißkleber nicht herausläuft. Dann wurde das Chassis mit der Nase auf einen ebenen Untergrund gelegt und der Hohlraum in einem Rutsch mit Heißkleber gefüllt. Dabei wurde das Chassis mit der Hand immer ein kleines Stück weiter gedreht. Man sollte lieber ein wenig zuviel Heißkleber einfüllen, das kann man im abgekühlten Zustand leicht mit einem Cutter wegschneiden. Übrigens: die Rippen aus Heißkleber auf den Streben des Blechkorbes wurden nicht einzeln ausgewertet, dürften aber eher nicht für den beobachteten Effekt verantwortlich sein.
    In diesem Zustand wurde ein weiteres Zerfallspektrum gemessen. Dabei zeigte sich, dass die um 2 dB gedämpfte Resonanz bei 3.7 kHz nun auch anfänglich sichtbar schneller ausschwingt.

  • Der Klirrfaktor:
    Oberhalb von 50 Hz ist der "harmonische" Klirrfaktor K2 beinahe konstant und beträgt bei einem mittleren Schalldruckpegel von 85 / 90 / 95 dB im Mittel 0.52 % / 0.98 % / 1.84 %. Unter gleichen Bedingungen liegt der "unharmonische" K3 bei 0.42 % / 0.52 % / 0.82 %. Beim K3 gibt es jedoch eine ausgeprägte Spitze bei ca. 1250 Hz - genau 1/3 der Schalldrucküberhöhung bei 3.7 kHz . Dieses Maximum beträgt bei 85 / 90 / 95 dB mittlerem Schalldruckpegel 1.35 % / 1.54 % / 1.97 %.
    Wie würde sich die Modifikation des Blechkorbs hier auswirken? Nach der Modifikation ging das Maximum um jeweils etwa 20 % auf 1.08 % / 1.24 % / 1.59 % zurück. Das ist nur "natürlich". Die Grundempfindlichkeit des Chassis bei 3.7 kHz wurde um ca. 2 dB reduziert. Dies entspricht einer Amplitudenreduktion um den Faktor 10^(-2/20) = 0.794 - also ca. 20 %. Wenn das Chassis bei 2 kHz getrennt wird ist die "kosmetische" Korrektur von 2 dB bei 3.7 kHz für den Gesamt-Frequenzgang eher geringfügig, für den Gesamt-Klirrfaktor aber bedeutend.

HiFi-Selbstbau-Fazit:


Der MONACOR SPH-176 hat das Zeug zum modernen Klassiker. Die TSPs sind für eine kleine Standbox äußerst praxisgerecht und erlauben z.B. in einem Bassreflexgehäuse eine untere Grenzfrequenz von 40 Hz. Der Wirkungsgrad liegt mit knapp 89 dB relativ hoch, der gleichmäßige Frequenzgangabfall zu mittleren Frequenzen kommt Boxen mit schmaler Frontplatte entgegen.
Bis 2.5 kHz ist der Frequenzgang sehr ausgeglichen und das Rundstrahlverhalten gleichmäßig. Einziger Wermutstropfen ist der relativ hohe K3 bei 1.25 kHz. Dieser lässt sich durch eine einfache Modifikation des Blechkorbes um 20% reduzieren.
Mit einem UVP von 56 € bietet der SHP-176 einen äußerst reellen Gegenwert. Er wurde bereits in der "originalen" MindStorm eingesetzt und wird wohl auch in der überarbeiteten MindStorm MKII (zur Zeit in Entwicklung) den Basspart übernehmen.

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