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HiFi-Selbstbau: Klassische Lautsprecher im Cologne Listening Center

 

PAWEL/Ensemble PA-1  GOODMANS Achromat Beta  CELESTION SL12Si  CELESTION SL600

CELESTION Ditton66  SPENDOR BC1 (deutsche Version)  ATL Hans Deutsch HD 311 (modifiziert)  HSB Genuine

YAMAHA NS-1000M  VISATON TL-Monitor 860 D  HSB Rocket  SPENDOR BC1 (englische Version)

TANNOY Arden  JORDAN-WATTS-Modul in DIY-Bassreflexbox

Aus dem Forums-Thread "Lohnende Klassiker gesucht" entwickelte sich die Idee, sich abseits des jährlichen Abonnenten-Treffens (bisher immer im November) mal zu einer Hörsession zu treffen, bei der es nur um Fertig- und Selbstbau-Lautsprecher aus den 80er Jahren und echte "Klassiker" ging. Ziel war es zu verstehen, was einen "Klassiker" ausmacht und wie man ggf. das ursprüngliche Konzept auf aktuell verfügbare Lautsprecherchassis übertragen kann.

Im Gegensatz zum November-Treffen sollten (auf Wunsch der Teilnehmer) alle Lautsprecher ohne Dirac Live® vorgeführt werden - nur bei einigen Konstruktionen von HiFi-Selbstbau sollte optional eine Ausnahme möglich sein, da hier die Setups im Vorfeld vorbereitet werden konnten. Statt einer aufwändigen DIRAC-Einmessung sollte es nur eine kurze Wedelmessung geben (nur links, nur rechts, beide zusammen) um zu sehen, ob man die Höreindrücke aus den Messungen ableiten kann (und so ggf. auch etwas über Zielkurven lernen kann).

Es standen insgesamt 16 Lautsprecherpaare zur Auswahl (s. Umfrage zum Klassikertreffen am 28-29.03.2026), von denen schließlich 10 ausgewählt wurden - die anderen 6 saßen quasi auf der Reservebank:

HSB Genuine (8 Stimmen)
Spendor BC1 (8 Stimmen)
Visaton Monitor 860 (8 Stimmen)
HSB Rocket (7 Stimmen)
Coral 15L-60 + Siemens Klangfilm 14g oder Visaton TL 14CH (7 Stimmen)
Tannoy Arden (5 Stimmen)
Celestion Ditton (5 Stimmen)
Goodmans Achromat Sigma (4 Stimmen)
Hans Deutsch ATL HD311 (4 Stimmen)
Yamaha NS1000N (4 Stimmen)

In der Reserveliste
Celestion SL 600 (3 Stimmen)
Jordan Watts Module in BR (3 Stimmen)
Coral CX-7 II (2 Stimmen)
Celestion SL 12SI (1 Stimme)
Goodmans Achromat Beta (1 Stimme)
Isophon Orchester 2000 (1 Stimme)

Bis zum Treffen wurden dann noch einige Meldungen wegen Defekten zurückgezogen (z.B. Coral 15L-60 + Siemens Klangfilm 14g oder Visaton TL 14CH, Goodmans Achromat Sigma und Coral CX-7 II).

Die endgültige Liste sah dann so aus (in der gespielten Reihenfolge):

PAWEL/Ensemble PA1/Reference (Nachbau)
GOODMANS Achromat Beta
CELESTION SL 12 Si
CELESTION SL600
CELESTION Ditton 66
SPENDOR BC1 (Germany)
ATL Hans Deutsch HD 311
HSB Genuine
YAMAHA NS-1000 M
VISATON TL-Monitor 860 D
HSB Rocket
SPENDOR BC1 (Great Britain)
TANNOY Arden
JORDAN-WATTS Module in BR

Das Treffen wurde im Forums-Thread "Klassiker-Treffen 2026" ausführlich dokumentiert, insbesondere die vielen Detail- und Making-Of-Fotos sind sehenswert. Das Wichtigste in Kürze:

  • Alle Lautsprecher standen auf derselben Hörposition, die Höhe des ggf. notwendigen Ständers wurde angepasst (3 verschiedene Höhen standen zur Verfügung)
  • Alle passiven Lautsprecher wurden von unserem Arbeitstier XTZ AP100 befeuert; nur die Rocket wurde von unserer Schaltzentrale A3 angetrieben
  • Die Musik wurde von einem "normalen" PC mit der TIDAL-App abgespielt
  • Als D/A-Wandler mit fernbedienbarem Lautstärkeregler diente immer der miniDSP SHD (teilweise mit Dirac Live®)

Das ist - unserer Meinung nach - eine ordentliche Kette ohne Highest-End-Klimbim. Alle Lautsprecher mussten immer ohne Dirac-Live-Entzerrung antreten, nur in einigen wenigen Fällen wurde die Entzerrung zusätzlich zum Vergleich eingesetzt.

Zur subjektiven Beurteilung wurde eine Auswahl von markanten und für die Lautsprecher herausfordernden Passagen abgespielt. Diese prägten sich dann nachhaltig ein und erlaubten so eine sehr gute Einschätzung der Klangcharakteristiken der einzelnen Schallwandler. Entscheidend für den Sinn und Genuss dieser Art von Testhören war, dass immer erklärt wurde, worauf beim jeweiligen Track zu achten wäre.

Da sind die Playlisten abgelegt: TIDAL

Einige Titel aus dem "Pflichtprogramm":
Peter Maffay - Siehst Du die Sonne (Stimme, Gitarre, Klarheit, Direktheit)
Madonna - Vogue (Effekt am Anfang, Raumwirkung)
Louis Armstrong & his Allstars - St. James Infirmary Blues (Trompete, Chorgesang, Sologesang, Auflösung, Dynamik)
Boz Scaggs - Desire (Bass, Snare-Schlag, dominante Stimme)

Zur objektiven Beurteilung wurden Messungen mit konstanter Lautstärke am Hörplatz gemacht (Wedelmessung). Neben der Darstellung der Frequenzgänge wurden einige statistische Werte ermittelt:

  • Mittlere Steigung von 100 Hz bis 10 kHz (Ausgleichsgerade L+R-Kurve)
    basierend auf der gemessenen L+R-Kurve mit einer Auflösung von 1/12-Oktave wurde ermittelt, welche Ausgleichsgerade den Frequenzbereich 100 Hz bis 10 kHz am besten annähert
    von dieser Ausgleichsgerade wurde im 1. Schritt die Steigung (positiver Wert) bzw. die Neigung (negativer Wert) bestimmt (z.B. -1.00 dB/Dekade). HSB strebt üblicherweise eine Neigung von - 3 dB/Dekade an
  • Im 2. Schritt wurde der Wert der Ausgleichsgerade bei 1 kHz bestimmt (z.B. 85.00 dB), ein Maß für den relativen Wirkungsgrad
  • Im 3. Schritt wurde die Standardabweichung der Differenz zwischen Messung L+R und Ausgleichsgerade bestimmt, also der Bereich von Ausgleichsgerade +/- X dB, in dem (unter Annahme einer Normalverteilung) 68.3% aller Messwerte liegen. Wenn diese Standardabweichung gering ist folgt die Messung recht gut der Ausgleichsgerade. Eine hohe Standardabweichung besagt, dass Messung und Ausgleichsgerade wenig miteinander zu tun haben
  • Im 4. Schritt wird die Differenz zwischen dem linken und rechten Kanal statistisch ausgewertet (Unterschied L-R) - allerdings nur von 400 Hz bis 10 kHz, da die Unterschiede bei tieferen Frequenzen eher auf Raumeinflüsse zurückzuführen sein dürften. Es wurde der Mittelwert und die Standardabweichung berechnet. Der Mittelwert der Differenz L-R sollte möglichst klein sein (gleich viele und gleich hohe Abweichungen in "+"- und "-"-Richtung). Auch die Standardabweichung sollte möglichst gering sein, d.h. es sollte keine großen Ausreißer geben. Bei optimaler Paargleichheit wäre der Mittelwert 0 dB und die Standardabweichung sehr gering

Hier mal eine (geglättete) Messkurve mit Ausgleichsgerade und Streubreite:

Und hier mal die (ungeglättete) Differenz L-R mit Streubreite:

Die Hoffnung war, dass man anhand der objektiven Messungen einige subjektive Beurteilungen nachvollziehen kann.

 

PAWEL/Ensemble PA-1

Bezeichnung: PAWEL/Ensemble PA-1 Bericht Stereophile
Bestückung: TMT ähnlich Görlich 130 VK
HT SCAN-SPEAK Classic D2008/852100
Passivstrahler KEF BD139
Infos Görlich TT 130 G
Herstellerinfo
KEF-Info
Trennfrequenz: 2.5 kHz, 6 dB/Okt mit Impedanzkompensation
Besonderheiten: Es handelt sich hier um einen Nachbau. Es wurde nicht der originale HIQUPHON OW-1 (s. HSB-Datenblatt) verwendet, sondern ein SCAN-SPEAK Classic D2008/852100, der auch noch heute neu erhältlich ist. Ein Vergleich der beiden Frequenzgänge erklärt das "Loch" zwischen 2 und 3 kHz . . .
Messung:
  • gute Paargleichheit
  • Einbruch zwischen 2 und 3 kHz
  • zwischen 4 und 8 kHz etwas zu laut
Kennwerte:
  • Mittlere Steigung von 100 Hz bis 10 kHz (Ausgleichsgerade L+R-Kurve): 0.86 dB/Dekade
  • Wert der Ausgleichsgerade bei 1 kHz: 83.97 dB
  • Standardabweichung von der Ausgleichsgerade: +/- 2.57 dB
  • Unterschied L-R zwischen 400 Hz und 10 kHz (Mittelwert und Standardabweichung): 0.09 +/- 1.44 dB
Höreindrücke: Anton: Ich empfand den Klang recht hell, eher ein wenig scharf, präzise, die Räumlichkeit war gut, das Fundament erstaunlich solide.

FlorianK: Die Box hatte mit einem Loch im Frequenzbereich zu kämpfen, das einfach da war. Für mich hatte das die Wirkung, das die Höhen mir zu scharf erschienen und die ganze Box nur mittelprächtig funktionierte.

kasbc: Das gehörte Exemplar war kein Original, sondern ein originalgetreuer Nachbau. Die Box hatte leider ein Problem mit der Anbindung des HT, der viel zu laut war, was man an den Messungen von Pico sehen wird. Was da genau nicht passt, müsste Franky mal checken. Dieser "Fehler" war sehr schade, da der Podszus-Göhrlich in meinen Ohren ganz famos klang. Wenn der Fehler behoben ist, ist das eine sehr gute kleine Box. Präzise, räumlich mit erstaunlich viel Bass für die Größe. War aber früher auch kein Billigteil.

 

GOODMANS Achromat Beta

Bezeichnung: GOODMANS Achromat Beta HiFi-Wiki
HiFi-Guide
Bestückung: 17cm Tief-/Mitteltöner mit Polypropylen-Membran
25mm Textilkalotte mit Waveguide
Geschlossenes Gehäuse
Trennfrequenz: 3 kHz
Besonderheiten: Für damalige Verhältnisse (ca. 1980) war der Einsatz eines Waveguides beim Hochtöner ungewöhnlich.
Der Hochtöner ist seitlich versetzt, linke und rechte Box sind aber nicht spiegelsymmetrisch -> unsymmetrische Abstrahlung im Hochtonbereich
Messung:
  • gute Paargleichheit zwischen 800 Hz und 7 kHz
  • sehr große Unterschied > 7 kHz (der linke Hochtöner scheint lädiert zu sein)
  • Übernahmebereich (3 kHz +/- 30%) sehr ausgewogen
Kennwerte:
  • Mittlere Steigung von 100 Hz bis 10 kHz (Ausgleichsgerade L+R-Kurve): -0.58 dB/Dekade
  • Wert der Ausgleichsgerade bei 1 kHz: 81.06 dB
  • Standardabweichung von der Ausgleichsgerade: +/- 1.75 dB
  • Unterschied L-R zwischen 400 Hz und 10 kHz (Mittelwert und Standardabweichung): -0.75 +/- 1.59 dB
Höreindrücke: Anton: Leider war ein Hochtöner komplett eingetrocknet und hart, sodass v. a. Sibilanten viel zu scharf ertönten (Anmerkung: das dürfte der Peak der linken Box bei 13 kHz gewesen sein). Ansonsten vernahm ich trotz des Mankos eine gute räumliche Darstellung und ein grundsolides, recht ausgewogenes Klangbild.

kasbc: Auch hier ein Problem mit dem HT. Im Gegensatz zur Pawel konnte ich mir hier keine Meinung bilden, dazu war es in Summe zu unausgewogen. Ich konnte nicht erkennen, ob und wie gut sie mal war. Franky wird sie nicht gekauft haben, wenn sie nicht zu ihrer Zeit was getaugt hat. Wenn es ein Wein wäre, würde ich sagen: gekippt.

 

CELESTION SL12Si

Bezeichnung: CELESTION SL12Si HiFi-Choice Januar 1989
HiFi-Guide
Bestückung: 17cm COBEX Tief-/Mitteltöner
17cm COBEX Tief-/Mitteltöner
32mm Aluminium-Kalotte
Geschlossenes Gehäuse
Trennfrequenzen: 450 Hz, 2.8 kHz (2.5-Wege-System, Bi-wiring)
Besonderheiten: Die Membranresonanz des 32mm Aluminium-Kalottenhochtöners wurde mit einem Sperrkreis unterdrückt. Das Gehäuse ist aufwendig versteift, der Tieftöner besitzt ein eigenes Abteil
Messung:
  • gute Paargleichheit
  • Einbrüche bei 400 und 900 Hz (Interaktion Tieftöner und Tief-/Mitteltöner?) und um 2.2 kHz
  • Resonanzen > 8 kHz
  • Die Messkurve L+R folgt nicht sehr gut der Ausgleichsgeraden
Kennwerte:
  • Mittlere Steigung von 100 Hz bis 10 kHz (Ausgleichsgerade L+R-Kurve): -3.93 dB/Dekade
  • Wert der Ausgleichsgerade bei 1 kHz: 82.47 dB
  • Standardabweichung von der Ausgleichsgerade: +/- 2.62 dB
  • Unterschied L-R zwischen 400 Hz und 10 kHz (Mittelwert und Standardabweichung): 0.11 +/- 1.28 dB
Höreindrücke: Anton: Mir kam ein recht kräftiger Oberbass (ca. 100 Hz - 200 Hz) zu Ohren, S-Laute nahm ich etwas zischlig wahr, Stimmen klangen in oberen Lagen auch ein wenig scharf, bei komplexerer Musik war die Auflösung nicht mehr so toll.

kasbc: Diese Box empfand ich unter „ferner liefen”. Einfach nichts Besonderes. Mag sein, dass sie zu ihrer Zeit „überdurchschnittlich” war, heute eher naja. Ich könnte nicht mal benennen, was mir nicht so gefallen hat.

 

kasbc: Das war das Highlight aus dem „Franky Block”. Damals ein technologisches Schmankerl und auch heute noch wirklich gut. Zusammen mit dem dafür gebauten Subwoofer (bzw. Tiefton-Erweiterung) eine sehr ordentliche Box. Eher schon: richtig gut.

CELESTION SL600

Bezeichnung: CELESTION SL600 audio-database.com
HiFi-Classics
Stereophile
Bestückung: 17cm COBEX Tief-/Mitteltöner
32mm Kupfer-Kalotte
Geschlossenes Gehäuse
Trennfrequenzen: 2.3 kHz
Besonderheiten: Das Gehäuse ist aus Aerolam, einer extrem steifen und leichten Aluminium-Wabenstruktur aus dem Flugzeugbau
Messung:
  • gute Paargleichheit bis 20 kHz
  • Überhöhung um 650 Hz (Bodenreflexion) und Einbruch um 900 Hz (s.a. SL12Si)
  • Kleine Senke im Bereich der Übernahmefrequenz
  • Sehr geringer Wirkungsgrad
  • Die Messkurve L+R folgt nicht sehr gut der Ausgleichsgerade
Kennwerte:
  • Mittlere Steigung von 100 Hz bis 10 kHz (Ausgleichsgerade L+R-Kurve): -3.25 dB/Dekade
  • Wert der Ausgleichsgerade bei 1 kHz: 78.40 dB
  • Standardabweichung von der Ausgleichsgerade: +/- 2.42 dB
  • Unterschied L-R zwischen 400 Hz und 10 kHz (Mittelwert und Standardabweichung): 0.00 +/- 1.52 dB
Höreindrücke: Anton: Mir gefielen diese Kleinen. Guter, nicht zu fetter Tiefgang, eher angenehm zurückhaltend in den Höhen, deutliche Mitten, sehr passable S-Laute, im Bereich um die 1000 Hz kamen sie mir ein wenig unangenehm vor.

Franky: Die SL600 hat mir persönlich sehr gut gefallen denn sie hat eine wunderbare Natürlichkeit in der Wiedergabe und Räumlichkeit. Da wirkt nix künstlich aufgesetzt oder klinisch rein. So mag ich das

 

CELESTION Ditton66

Bezeichnung: CELESTION Ditton66 Hersteller-Prospekt
HiFi-Wiki
Audio-Nostalgia
Bestückung: 25mm Kalotten-Hochtöner HF2000
50mm Kalotten-Mitteltöner MD500
300mm Tieftöner mit Papiermembran FC12
300mm Passivstrahler
Trennfrequenzen: 500 Hz und 5 kHz
Besonderheiten: Relativ tief (500 Hz) getrennte, 50 mm durchmessenden Mitteltonkalotte
Passivstrahler mit Flachmembran
Messung:
  • schlechte Paargleichheit (linker Hochtöner deutlich zu leise, linker Mitteltöner unten rum komisch)
  • zwischen 570 Hz und 2.2 kHz zu laut und sehr wellig
  • Recht hoher Wirkungsgrad
  • Die Messkurve L+R folgt nicht sehr gut der Ausgleichsgerade
Kennwerte:
  • Mittlere Steigung von 100 Hz bis 10 kHz (Ausgleichsgerade L+R-Kurve): -2.79 dB/Dekade
  • Wert der Ausgleichsgerade bei 1 kHz: 85.61 dB
  • Standardabweichung von der Ausgleichsgerade: +/- 2.15 dB
  • Unterschied L-R zwischen 400 Hz und 10 kHz (Mittelwert und Standardabweichung): -1.65 +/- 2.40 dB
Höreindrücke: Anton: Ich persönlich empfand die LS im zentralen Mittenbereich (1000 Hz - 2000 Hz) ein wenig scharf, der Bass ging schon ordentlich tief, eher weich, nicht dicklich, die räumliche Darstellung in der Tiefe war O. K., in der Breite passabel. Leider war die Mitte des Klanggeschehens ein wenig zur Seite verschoben, da ein Kanal weniger Pegel lieferte.

kasbc: Die erste größere Box, dementsprechend mit deutlich mehr Bass, der auch ok war. Aber der Rest litt schon stark unter Alterung. Laut Franky lagen sie seit dem Kauf Jahre in der Verpackung, in der er sie gekauft hatte. Das hat ihnen nicht gutgetan. Ich kann nicht sagen, ob das mal eine gute Box war – jetzt ist sie es nicht mehr, da definitiv reparaturbedürftig.

 

SPENDOR BC1 (deutsche Version)

Bezeichnung: SPENDOR BC1 (D) HiFi-Wiki
Bericht von Troels Gravesen
John Shuttleworth Review
Old Fidelity Forum
Bestückung: 19mm Kalotten-Superhochtöner COLES 4001G
19mm Kalotten-Hochtöner CELESTION HF1300
200mm Tief-/Mitteltöner von SPENDOR
Bassreflexrohr
Trennfrequenzen: 3 und 13 kHz
Besonderheiten: Das Gehäuse ist aus 10.5 mm Birkensperrholz (Front- und Rückwand 12.3 mm) aufgebaut, das mit 10 - 11 mm starken, bitumengetränkten Masonit-Platten (= Weichfaserplatten?) beklebt ist.
Ungewöhnlich ist auch die hohe Trennfrequenz von 3 kHz zum Hochtöner und der Einsatz eines Super-Hochtöners ab 13 kHz
Messung:
  • gute Paargleichheit
  • leichte Welligkeiten zwischen 400 Hz und 3 kHz, leichter "Durchhänger" um 4 kHz, Welligkeit im Übergang Hochton/Super-Hochton
  • geringer Wirkungsgrad
  • Die Messkurve L+R folgt nicht sehr gut der Ausgleichsgerade
Kennwerte:
  • Mittlere Steigung von 100 Hz bis 10 kHz (Ausgleichsgerade L+R-Kurve): -1.69 dB/Dekade
  • Wert der Ausgleichsgerade bei 1 kHz: 80.12 dB
  • Standardabweichung von der Ausgleichsgerade: +/- 2.29 dB
  • Unterschied L-R zwischen 400 Hz und 10 kHz (Mittelwert und Standardabweichung): -0.11 +/- 1.05 dB
Höreindrücke: Anton: Fast erschrocken bin ich dann beim Madonna-Titel "Vogue" als der Stimmeffekt am Anfang fast komplett links und dann rechts zu vernehmen war - krass. Die Trompete beim Louis Armstrong-Stück "St. James Infirmary Blues" stand losgelöst im Raum, die Stimmgruppen waren in Tiefe und Breite deutlichst platziert. Ich persönlich war total von der "Natürlichkeit" und "Räumlichkeit" dieser Britinnen angetan - ein riesen Panorama, Stimmen und Instrumente erschienen sehr echt.
Dass im Bass natürlich nicht der Bär los war, dürfte klar sein. Das war aber für mich nicht weiter tragisch, da der Hör-Fokus bei dieser Darstellung ganz klar und fast zwingend auf die Mitten gerichtet wird und mir für ein freudvolles Erleben der meisten Musik die 50/60 Hz Tiefgang reichen.

casalobo: Ein Highlight war die Spendor BC1 in der "Kategorie" passive Noch-Kompaktbox. Da wurde damals schon vieles richtig gemacht. Übrigens wurde der Hochtöner HF1300 und der Superhochtöner HF2000 schon in dem Buch von Klinger beschrieben (Hans Herbert Klinger, Lautsprecher und Lautsprechergehäuse für HiFi, 11. Auflage 1981, Franzis-Verlag). Für den HF1300 gibt es bei ebay sogar Ersatzschwingspulen und -membranen.

asterix66: die Spendor ist klasse und gibt durch die breite Abstrahlung des HT eine hervorragende Bühne .... mich hat es gewundert das der MTT bis 3 KHz so gut spielt ... mit 2 Subwoofern dürfte das eine wirklich ernst zu nehmende Kombi sein ...

FlorianK: eine der vielen BBC Konstruktionen von denen man nur den Hut ziehen kann. Einfach unglaublich wie die Box nach zig Jahrzehnten noch klingt. Einfach toll. Stimmen und Sound völlig frei - das ist etwas was die Engländer einfach können. Sieht man auch an den KEF Boxen die ja noch erhältlich sind. Da muss man eigentlich googlen - suchen und kaufen. Ein Hammer was die damals aus den Chassis und Gehäusen herausgeholt haben.

Franky: Ein weiteres Highlight für mich waren die Spendor BC1. Unglaublich räumlich und natürlich klang das. Man glaubt ja nicht was ein HiHat für Klangfarben haben kann. Bei anderen Boxen muss man fast raten ob es überhaupt ein HiHat ist ... Toller Lautsprecher der mir noch in der Sammlung fehlt. Einer der Teilnehmer war auch so begeistert das er noch am Samstagabend ein Paar bei Kleinanzeigen kaufte.

kasbc: Auch legendenumwoben. Ich hatte mich noch nie mit ihr beschäftig und war daher schon sehr verblüfft, als ich erfuhr, dass sie eine sehr eigenwillige Aufteilung des F-Gangs hat: TMT, HT und Superhochton! Da der TMT erst bei 3000 Hz rausgenommen wird eine Art „umgekehrtes FAST”. Noch verblüffender war der Klang. Sensationell! Wirklich. Auflösung, Räumlichkeit, ... ja sogar Bass. Alles war da und stimmig. Und auf eine schwer zu beschreibende Weise erzeugte sie bei den entsprechenden Stücken eine extrem intime Atmosphäre, kitzelte wirklich jede Nuance aus den Stimmen raus. Hammer! Man kann sie noch durch Sub-Unterstützung verbessern. Muss man aber nicht. daVinci hat noch am gleichen Tag (noch während die Vorführung lief) über Kleinanzeigen in Köln zugeschlagen und wir konnten diese leicht veränderte Version am zweiten Tag hören. Die war sogar noch einen Hauch „besser” im HT, aber beide sind nah am „must-have”. Für die 550 bzw. 600 Euro die die beiden jeweils gekostet haben, baut man nichts Gleichwertiges.

DirtyHarry: Eine positive Überraschung war für mich ebenfalls die Spendor BC1. Ein sehr "musikalischer" Lautsprecher.

 

ATL Hans Deutsch HD 311 (modifiziert)

Bezeichnung: ATL Hans Deutsch HD 311 (modifiziert) HiFi-Wiki
Restaurierung daVinci
HD 311 Retro
Bestückung: 26mm Kalotten-Hochtöner ISOPHON SKK10
72mm Mitteltöner SEAS 10F-M
2x 180mm Tief-/Mitteltöner ATL HDW-180-308 (diese wurden vom Besitzer wegen "Sickenfraß" durch WESTRA KW 160-1398 ersetzt)
Bassreflexrohr/Hornresonator
Trennfrequenzen: 130 Hz (Hornresonator)/1650/6100 Hz
Besonderheiten: Im Gehäuse ist nur wenig Absorptionsmaterial angebracht
Statt Bassreflex-Rohr gibt es eine sich konisch erweiternde "Horn"-Öffnung (Hornresonator)
Der Hochtöner ist auf einer sehr kleinen Schallwand im Hornresonator montiert
Die originale Frequenzweiche besteht aus nur 3 Bauteilen (die Weiche wurde aber wegen vorlauter Mitten vom Besitzer modifiziert)
Messung:

Hinweis: die Lautsprecher zeigten einen ausgeprägten "Badewannen"-Frequenzgang (obere Messung) und wurden durch 2 PEQs im Bass- und Hochtonbereich grob "entschärft" -> lediglich diese entzerrte Version (untere Messung) wurde gehört!

  • gute Paargleichheit
  • immer noch leichter "Badewannen"-Verlauf
  • Die Messkurve L+R folgt nicht sehr gut der Ausgleichsgerade
Kennwerte:
  • Mittlere Steigung von 100 Hz bis 10 kHz (Ausgleichsgerade L+R-Kurve): -2.75 dB/Dekade
  • Wert der Ausgleichsgerade bei 1 kHz: 83.87 dB
  • Standardabweichung von der Ausgleichsgerade: +/- 2.34 dB
  • Unterschied L-R zwischen 400 Hz und 10 kHz (Mittelwert und Standardabweichung): -0.08 +/- 1.15 dB
Höreindrücke: Anton: Im Gegensatz zu vielen Anwesenden fand ich den Bass nicht schlecht - mit Punch. Ich vernahm ansprechende Mitten, eine direkte Gangart, eine gute räumliche Abbildung, die Höhen fand ich nicht so toll - leicht "metallisch". Der Gesamtcharakter war für mich nicht so schlecht, aber einfach nicht "packend". Wichtig zu erwähnen, dass daVinci meinte, die LS hörten sich bei ihm zu Hause um Längen besser an - kein Vergleich mit dem Auftritt im CLC.

kasbc: Die Chassis dieser Box waren wohl alle in Ordnung. Trotzdem war das keine gute Performance. Viel zu viel undifferenzierter Bass. Der Besitzer „da Vinci” erkannte sie selbst nicht wieder. Hier gab es wohl den absoluten Mismatch mit Raum und Aufstellung. Da sich daVinci immer wieder durch sein gutes Gehör hervortut, glauben wir ihm, dass sie bei ihm völlig anders und besser klingt. Aber bei HSB war das definitiv nix. Schade.

 

HSB Genuine

Bezeichnung: HSB Genuine Diskussion zur Genuine
Genuine (keine Diskussion)
Genuine - eine Neuauflage?
Bestückung: Bändchen-Hochtöner MONACOR RBT-1516 TB
75mm Mittelton-Kalotte MONACOR DM-75 TB (s. HiFi-Test, HSB-Datenblatt)
2x 20cm Tief-/Mitteltöner MONACOR SPH-8 TB (s. HSB-Datenblatt)
3x Bassreflexrohr
Trennfrequenzen: 750 Hz und 4 kHz
Besonderheiten: Beide Tieftöner haben jeweils ein eigenes Gehäuse: das obere Chassis hat 1 Bassreflexrohr, das untere 2 -> so sind durch Verstopfen der Bassreflexrohre unterschiedliche Abstimmungen möglich
Messung:
  • gute Paargleichheit
  • weitgehend konstanter Abfall von 100 Hz bis 10 kHz bis auf Peak um 900 Hz
  • recht hoher Wirkungsgrad, auch unter 100 Hz
  • Die Messkurve L+R folgt recht gut der Ausgleichsgerade
Kennwerte:
  • Mittlere Steigung von 100 Hz bis 10 kHz (Ausgleichsgerade L+R-Kurve): -4.12 dB/Dekade
  • Wert der Ausgleichsgerade bei 1 kHz: 87.07 dB
  • Standardabweichung von der Ausgleichsgerade: +/- 1.60 dB
  • Unterschied L-R zwischen 400 Hz und 10 kHz (Mittelwert und Standardabweichung): -0.29 +/- 1.20 dB
Höreindrücke: Anton: Diese stattlichen Lautsprecher strahlten für mich eine absolute akustische "Souveränität" aus - quasi: "egal, was passiert, ich mach das schon ....". Ich vernahm einen großen, kräftigen und weiträumigen Klang. Der Bass war gewaltig, litt aber unter der Nichtbehandlung hinsichtlich der Raumprobleme, Null Gezischel bei Sibilanten, die Pegelfestigkeit ist sicher enorm. Die Abstimmung war für meinen Geschmack bereits sehr angenehm im Mitten -und Höhenbereich. Ich meine, mit Raumklangkorrektur ist diese Konstruktion eine Weltmacht..

asterix66: Die Genuine habe ich schon mal vor Jahren gehört aber nicht mehr in Erinnerung.....O Mann sind die eine Macht! Der MT mit dem HT machen Ihre Sache wirklich klasse...der 8 PP Bass ist nicht so meine Sache aber mit Dirac meinte PICO spielen die nochmals besser ... ein wirklich klasse Lautsprecher der sich nicht vor Fertiglautsprechern verstecken muss ... Ich freue mich schon auf den Nachfolger ...

FlorianK: Die Genuine von HSB war mir im Bass zu deutlich - den Rest konnte die Box vorbildlich.

Franky: Was mit modernem Chassismatierial und kompetenter Abstimmung dann geht hat uns die Rocket und die Genuine gezeigt. Die lösen das Klanggeschehen extrem auf ohne den Zusammenhalt zu verlieren. Bei der Genuine sollte unbedingt an einem Reload gearbeitet werden.

kasbc: Seit über 10 Jahren hören wir von Theo wie gut die Genuine doch ist, und dass HSB sie doch nochmal neu auflegen sollte ... Man bräuchte halt eine große Kalotte. Die gibt es mit der Swans seit 2 Jahren und wir warten immer noch ... drum hab ich auf wenig subtile Art die Genuine auf die Liste gedrückt, um ihn etwas dazu zu nötigen. Ich kannte die Genuine nicht, hatte aber große Erwartungen. Diese wurden erfüllt. Eine richtig gute Box. Aufgrund ihrer enormen Bassfähigkeiten hätte man sie mit DIRAC etwas zähmen müssen, aber das war schon der einzige Kritikpunkt. Daher war die Spendor subtiler, emotionaler, aber DIRAC ist erfunden und dann weiß ich nicht mehr wer besser spielt. Tolles Teil!

DirtyHarry: auch die Genuine hat mir vollumfänglich gefallen und zugesagt

clausa: Die Genuin ist eine MACHT. So ein Durchsetzungsvermögen! Die musste dann im Hörraum ordentlich zurückgenommen und gezügelt werden. Sehr schön zu hören.

 

YAMAHA NS-1000M

Bezeichnung: YAMAHA NS-1000M HiFi-Wiki
Bedienungsanleitung mit Messungen
YAMAH-Prospekt (japanisch)
Bericht tnt-audio.com
Bericht magnat.tv
Troels Gravesen YAMAHA NS-1000M Upgrade-Kit
Bericht HSB
Upgrade AMT-HT
Bestückung: 25mm Hochton-Kalotte JA-0513 Messungen Nedlab.com
66mm Mittelton-Kalotte JA-0801 (s. HSB-Datenblatt und Messungen HiFiCompass)
30cm Tieftöner JA-3058A
Trennfrequenzen: 500 Hz und 6 kHz
Besonderheiten: Hoch- und Mitteltöner haben eine Beryllium-Membran und sind über jeweils eigene Pegelregler in der Lautstärke einstellbar
Seitlich versetzte Hoch- und Mitteltöner in spiegelsymmetrischer Anordnung
Messung:
  • gute Paargleichheit, aber rechter Hoch- und Mitteltöner lauter als links
  • deutlicher Hochtonabfall schon ab 12 kHz
  • ordentlicher Wirkungsgrad
  • Die Messkurve L+R folgt der Ausgleichsgerade nur mäßig
Kennwerte:
  • Mittlere Steigung von 100 Hz bis 10 kHz (Ausgleichsgerade L+R-Kurve): -2.51 dB/Dekade
  • Wert der Ausgleichsgerade bei 1 kHz: 84.93 dB
  • Standardabweichung von der Ausgleichsgerade: +/- 1.93 dB
  • Unterschied L-R zwischen 400 Hz und 10 kHz (Mittelwert und Standardabweichung): -1.49 +/- 1.00 dB
Höreindrücke: ACHTUNG: die Wiedergabe der NS-1000M wurde (insbesondere nach der "vollmundigen" HSB-Genuine) als (zu) bassschwach beurteilt und probeweise auf den Boden gestellt (mit leichter Anwinkelung nach oben durch Holzlatte). Die Messung (und das Foto) wurden allerdings VOR der subjektiven Beurteilung auf einem Ständer gemacht.
Die Pegelregler wurden bei der linken Box subjektiv optimiert (-3 dB (Hochtöner) und -3 dB (Mitteltöner)) und dann auf die rechte Box übertragen.

Anton: Mir gefiel der Klang gut. Die Mitten waren schön klar und direkt, der Bass nicht übertrieben. Vielen im Hörraum war der Hochton zu scharf, mich störte das in dem Klangkontext nicht. Die angewinkelte Bodenaufstellung gereichte den Boxen im CLC sehr zum Vorteil. Boxen zum Rocken - finde ich.

clausa: Die Yamaha hatte mich im Original sehr interessiert, und hat mich dann zunächst schwer enttäuscht. Als wir sie dann auf den Boden stellten, spielte sie wie ausgewechselt. so einen Unterschied hatte ich bisher selten gehört. In Bodennähe war der Hochtöner immer noch nicht das Gelbe vom Ei

FlorianK: Die Yamaha NS1000M war in der ersten Aufstellung trist. Langweilige sehr gleichmäßige Wiedergabe. War nix. Deutlich gewonnen hat die Box auf dem Boden gekippt. Ein völlig anderes Klangbild als vorher. Mehr Bühne - differenzierter - denke die hat Potential. Den Hochtöner würde ich austauschen. Der war unter dem Level wie Bass und MT.

Franky: Die Yamaha klingt so wie ich es auch von den Coral DX Eleven kenne. Eher kühl aber nicht so den Ohren schmeichelnd.

kasbc: Die Yamaha hat auch Legendenstatus, gerade der MT wird über den grünen Klee gelobt. Insofern waren meine Erwartungen bei dieser Box recht hoch. Nicht ganz zurecht. Der HT fällt qualitativ ab und man muss sie anders aufstellen (als zunächst auf einem Ständer). Dann ist das schon recht ansprechend. Wenn man den HT, wie von HSB schon mal durchgeführt, durch einen AMT ersetzt wird das eine sehr gute Box. Aber wenn ich mir (im Preisvergleich) andere anschaue, . . . ich würde es nicht tun.

 

VISATON TL-Monitor 860 D

Bezeichnung: VISATON TL-Monitor 860 D VISATON-Forum
Bericht in Klang & Ton 6/1986
Bestückung: Horn-Super-Hochtöner VISATON TL 16 H
Horn-Mitteltontreiber CORAL M-104 mit Horn VISATON TL 300 MH
2x 30cm Tieftöner VISATON TL 12/D 61
Trennfrequenzen: 100 Hz, 500 Hz und 8 kHz
Besonderheiten: Der untere Tieftöner arbeitet nur bis 100 Hz, der obere bis ca. 500 Hz -> 3½-Wege-System
Hoch- und Mitteltöner sind über jeweils eigene Pegelregler in der Lautstärke einstellbar
Messung:
  • gute Paargleichheit
  • ausgeprägte Grundtonsenke um 300 Hz, zwischen 3 und 9 kHz etwas vorlaut (dieser Bereich liegt im Verantwortungsbereich des Mitteltöners)
  • hoher Wirkungsgrad
  • Die Messkurve L+R folgt der Ausgleichsgerade nicht gut
Kennwerte:
  • Mittlere Steigung von 100 Hz bis 10 kHz (Ausgleichsgerade L+R-Kurve): -0.81 dB/Dekade
  • Wert der Ausgleichsgerade bei 1 kHz: 90.07 dB
  • Standardabweichung von der Ausgleichsgerade: +/- 2.97 dB
  • Unterschied L-R zwischen 400 Hz und 10 kHz (Mittelwert und Standardabweichung): -0.42 +/- 1.10 dB
Höreindrücke: Hinweis: Die Pegelregler wurden im Vorfeld optimal eingestellt: MT -3 dB, HT -7/-5 dB (links/rechts)

Anton: Am vorderen Hörplatz kamen die Lautsprecher sehr direkt rüber, für mich zu scharf. Andererseits empfand ich sie sehr "livehaftig" und luftig. Der Bass gefiel mir auch gut: tiefgehend und kräftig, nicht zu fett.

FlorianK: Visaton Monitor 890 - kann man nicht mehr kaufen. Bass war sehr ordentlich. HT ---- bin ein Fan von dem Chassis. Habe ich selber in der FloMaxx verbaut. Perlig und frei. Der MT........gibt es deutlich bessere Hörner. Insgesamt aber sehr ordentlich die Box.

kasbc: Auch so eine Legende, dich ich schon immer mal hören wollte. Der Bass war richtig gut. Sie kann unbeeindruckt sehr laut. Aber der MT ist leider nicht auf dem Niveau der beiden anderen. Nicht falsch verstehen, das Ding ist schon gut. Aber nicht so gut, wie sie sein wird, wenn HSB sie aktiviert hat. Da ist noch Luft drin. Erwartungen also nicht so recht erfüllt.

DirtyHarry: Die Visaton Monitor 860 konnte im Bass überzeugen, im Mittel- und Hochtonbereich gibt es noch Potential. Der Übergang von den Mitten zu den Höhen könnte besser (runder) sein.

Eigene Meinung: Da einige Hörer immer wieder 890 zum hier gehörten Monitor gesagt haben, möchten wir ausdrücklich darauf hinweisen das es sich hier bei uns um eine 860D handelt, die erste Serie in einer längeren Reihe. Da die aktuelle Visaton Monitor 890 MkIII, hat bis auf das Gehäuse und den Hochtöner nichts mir der hier gehörten Monitor 860D zu tun. Damit können die Messergebnisse und die Klangeindrücke nicht miteinander verglichen werden!

 

HSB Rocket

Bezeichnung: HSB Rocket HSB-Bericht
Bericht in Klang & Ton 6/1986
Bestückung: Hochton-Magnetostat BOHLENDER & GRAEBENER Neo3 (s. HSB-Datenblatt)
mit angepasster Frontplatte (ursprünglich war ein SEAS 22TAF/G eingebaut)
50 mm Mittelton-Metall-Kalotte DAYTON RS52AN-8 (s. HSB-Datenblatt)
17 cm Tief-/Mitteltöner ETON 7-375/32 Hex (s. HSB-Datenblatt)
30 cm Tieftöner VISATON TIW 300 (s HSB-Datenblatt
Trennfrequenzen: 200 Hz und 900 Hz (aktiv) und 4 kHz (passiv)
Besonderheiten: Die Rocket wird mit der MindAudio Schaltzentrale A3 angetrieben. Der Mittel-/Hochtonbereich wurde passiv getrennt.
Messung:
  • gute Paargleichheit, von 1 bis 20 kHz sehr gut
  • leichte Grundtonsenke um 300 Hz, schmaler Einbruch um 900 Hz (Trennfrequenz)
  • Die Messkurve L+R folgt der Ausgleichsgerade recht gut
Kennwerte:
  • Mittlere Steigung von 100 Hz bis 10 kHz (Ausgleichsgerade L+R-Kurve): -2.06 dB/Dekade
  • Wert der Ausgleichsgerade bei 1 kHz: 88.85 dB (aktiv)
  • Standardabweichung von der Ausgleichsgerade: +/- 1.75 dB
  • Unterschied L-R zwischen 400 Hz und 10 kHz (Mittelwert und Standardabweichung): 0.62 +/- 1.10 dB
Höreindrücke: Hinweis: Die Rocket wurde im Vorfeld > 100 Hz auf den Raum eingemessen; sie wurde optional mit Dirac Live® - Korrektur gehört (nur < 450 Hz)

Anton: Mir hat dieser Lautsprecher am besten gefallen. Ich bin mir aber sehr sicher, dass die Dirac-Live-Entzerrung bis 500 Hz einen großen Teil dazu beitrug. Ich schätzte an diesem Lautsprecher die Selbstverständlichkeit der Musikreproduktion in allen Bereichen, den souveränen Klangauftritt und den sehr guten Tiefgang - für mich gab es da gar nichts zu meckern.
Am Sonntag hörten wir nochmal eine Zeit lang die Rocket. Alle Klangeindrücke vom Vortag bestätigten sich - hervorragende Lautsprecher, die viel zu schade für ein Keller-Dasein sind.

casalobo: Die Rocket war dann aber doch der Abräumer. Da passte alles, Ortungsschärfe, Tiefbass, Dynamik usw. Ich hatte etwas Bedenken, dass man vielleicht die einzelnen Chassis raushören könnte. Das war aber auf meinem Lieblings-Sitzplatz (direkt hinter der Couch Mitte) nicht der Fall.

asterix66: Die Rocket ist nicht umsonst die Referenz Lautsprecher bei HSB ... ich saß zuerst auf dem Sofa aber hier ist der Hörabstand etwas gering ... also hinter dem Sofa in der ersten oder zweiten Reihe ... wow was für ein Erlebnis ... feinste Auflösung ... schöne realistische Bühne und kein Gezischel in der Höhen, alles passt so wie es sein soll und der Dirac Einsatz bis ca. 600Hz lohnt sich auf jeden Fall ...

Franky: Was mit modernem Chassismatierial und kompetenter Abstimmung dann geht hat uns die Rocket und die Genuine gezeigt. Die lösen das Klanggeschehen extrem auf ohne den Zusammenhalt zu verlieren. Bei der Rocket konnte man abseits des Sweetspots schon hören, dass da vier Wege am Werke sind. Im Sweetspot war das aber weg und es war über das ganze Frequenzspektrum eine grandiose Wiedergabe.

kasbc: Die Aktiv-Referenz von HSB. Der Baubericht wurde vor 18 Jahren erstellt und in anderen Foren wurde sie auch kontrovers diskutiert (die üblichen Klugsch... halt). In die Rocket haben Pico & Theo alles gesteckt, was sie über LS wussten (die Artikel zum Thema Zeitrichtigkeit von Pico wurden mit ihr umgesetzt) und mit dem Aktiv-Konzept waren sie damals wirklich weit vorne (mit wenigen anderen) dabei. Seit damals hätte ich sie gerne mal gehört. Leider wurde sie immer mehr in den Hintergrund gerückt und fristet seit langer Zeit ein staubiges Dasein im Keller. Drum dachte ich, man könnte sie doch auch auf die Klassiker-Liste setzen … und HSB hat sie zusammen mit der „alten” Technik reanimiert. Danke!
Meine sehr hohen Erwartungen an die Rocket wurden nicht erfüllt. Sie wurden übertroffen! Was für ein geiler Lautsprecher! Sie kann alles. Ich finde keinen Kritikpunkt. Gut sie war im Bass bis 600Hz mit Dirac gedopt, aber hey ... Wir haben sie zum Abschluss des ersten Tags gehört und am zweiten wieder mit ihr angefangen. Es wurde Lied um Lied gespielt, keiner wollte aufhören und ich habe keine einzige kritische Bemerkung gehört. Mehr muss man nicht über diesen LS sagen.

DirtyHarry: Für mich war das Highlight die Rocket von HSB (bitte nicht wieder in den Keller verlagern)

clausa: Die Rocket war eine Rakete (wie der Name ja schon sagt). In allen Bereichen souverän. Der Sweetspot war in den CLC Räumlichkeiten bei der Rocket kleiner als z.B. bei der Spendor. Im Sweetspot allerdings fehlerfrei. Diese und die Genuine sollte man evtl. mal mit anderen "Großen Gewächsen" zusammen im Vergleich hören.

 

SPENDOR BC1 (englische Version)

Bezeichnung: SPENDOR BC1 (GB) Links siehe BC1-D
Bestückung: siehe BC1-D
Trennfrequenzen: siehe BC1-D
Besonderheiten: siehe BC1-D. Bei der BC1-GB gab es statt eines Bassreflexrohrs nur ein Loch in der Schallwand mit kleinerem Durchmesser
Messung:

  • gute Paargleichheit
  • leichte Welligkeiten zwischen 400 Hz und 3 kHz, leichter "Durchhänger" um 4 kHz, Welligkeit im Übergang Hochton/Super-Hochton
  • geringer Wirkungsgrad
  • Die Messkurve L+R folgt nicht sehr gut der Ausgleichsgerade
  • Die deutsche Version ist zwischen 355 und 2371 kHz im Mittel 2.19 dB lauter.
    Die englische Version klingt dadurch etwas heller, ist aber insgesamt noch etwas leiser
Kennwerte:
  • Mittlere Steigung von 100 Hz bis 10 kHz (Ausgleichsgerade L+R-Kurve): -1.37 dB/Dekade
  • Wert der Ausgleichsgerade bei 1 kHz: 79.21 dB
  • Standardabweichung von der Ausgleichsgerade: +/- 2.47 dB
  • Unterschied L-R zwischen 400 Hz und 10 kHz (Mittelwert und Standardabweichung): 0.17 +/- 0.95 dB
Höreindrücke: Anton: Dann schloss Michael (daVinci) seine Spendor BC 1 Great Britain an - die liefen einwandfrei und sehr gut.

 

TANNOY Arden

Bezeichnung: TANNOY Arden TANNOY-Monitor Infos
Bericht auf mackern.de
Bestückung: 38 cm Koaxial-Lautsprecher (Dual Concentric) HPD 385A
Trennfrequenzen: 1000 Hz
Besonderheiten: Pegelregler für den Hochtöner ("Roll-Off" und "Energy", Wirkbereich siehe Link HPD 385A)
3 Bassreflex-Rohre
Messung:
  • gute Paargleichheit
  • Grundtonsenke zwischen 200 und 500 Hz; die Überhöhung zwischen 500 und 900 Hz dürfte die Bodenreflexion sein; Einbruch um 1 kHz (Trennfrequenz?) und 1.8 kHz (-> Hochtöner?)
  • hoher Wirkungsgrad um 100 Hz, aber starker Abfall pro Dekade
  • Die Messkurve L+R folgt der Ausgleichsgerade nicht gut
Kennwerte:
  • Mittlere Steigung von 100 Hz bis 10 kHz (Ausgleichsgerade L+R-Kurve): -6.85 dB/Dekade
  • Wert der Ausgleichsgerade bei 1 kHz: 84.44 dB
  • Standardabweichung von der Ausgleichsgerade: +/- 3.13 dB
  • Unterschied L-R zwischen 400 Hz und 10 kHz (Mittelwert und Standardabweichung): -0.46 +/- 1.23 dB
Höreindrücke: Hinweis: Die Pegelregler wurden im Vorfeld so eingestellt, dass das Mitteltonloch von 900 Hz bis 2.5 kHz nicht zu groß wurde (wir vermuten einen Fehler in der Frequenzweiche). Die Sicken der Tieftöner wurden schon einmal ausgetauscht.
Es gibt auf jeden Fall noch einmal einen Chassistest und eine ausführliche Dokumentation der Überarbeitung der passiven Weiche und der Aktivierung.

Anton: Kurz und knapp: bei Einigen wurden die Gesichter immer länger, bei dem was die Arden pur / ohne Raumklangkorrektur so boten. Es hörte sich an, als hätte man eine Decke über die Lautsprecher gelegt: die Mitten waren reichlich belegt, die Höhen mau. Der Bass kam indifferent, meiner Einschätzung nach mit einer ungünstigen Aufdickung bei 300/400 Hz. Ich fand aber gut, dass die räumliche Darstellung groß und weit war und die Lautsprecher recht mächtig rüberkamen.
Theo stellte fest, dass an den Lautsprechern schon mal jemand Hand angelegt hatte - vielleicht ist bei einem möglichen Eingriff was nicht ganz gelungen
Jetzt schlug die Stunde für Dirac-Live. Das Programm schaffte es recht wirkungsvoll, einige grob unangenehme (natürlich auch raumbedingte) Dinge zu korrigieren. Der Schleier des Klangbildes wurde wirkungsvoll gelüftet, die räumliche Darstellung gewann hinzu, der Bass kam straffer. Was nicht viel besser wurde, war die verwaschene Höhenwiedergabe. So gefiel mir der imposante, groß daherkommende Klang recht gut - wenn auch bei Weitem nicht so gut, wie der einer Genuine oder Rocket.

casalobo: Der Tannoy Arden war nicht schlecht und hatte mit seinem 38 cm Chassis eine gewisse "Autorität". Aber Mitten und Höhen überzeugten nicht so. Vielleicht war das Chassis nicht mehr in Ordnung. Oder das Dual-Concentric-Prinzip stößt mit seinem kleinen Hochtonhorn an seine Grenzen. Man nehme einen guten Mitteltöner ...

kasbc: Auch einer dieser Lautsprecher mit Legendenstatus. Ein Jugendtraum, den ich in Zeitschriften bewundert habe, aber nie in echt gehört. Einer der Gründe warum ich zum Treffen gekommen bin. Endlich! Nun war es soweit. Was für ein Debakel! Der einzige Lautsprecher, bei dem ich schon während des ersten Liedes nicht mehr zuhören wollte. Matschig, verhangen, unpräzise. ... Was er prinzipbedingt (Punktschallquelle, weil Coax) kann ist Raum und der mächtige Bass, weil 38er. Ende. Mehr nicht. In der Summe einfach schrecklich! Mit DIRAC wurde er dann anhörbar. Eigentlich sollte man DIRAC mit ihm vorführen.

DirtyHarry: Die Tannoy Arden (mit Dirac) hat mir ebenfalls gut gefallen. Denke die Stärken der Tannoy liegen im Bereich Rockmusik.

clausa: Das Musikmöbel von Tannoy wollte ich mir nicht lange anhören. Erst als wir später, wie bei manch anderen auch, Dirac drüber laufen ließen, konnte ich erkennen was diese Konstruktion eigentlich wollte.

 

JORDAN-WATTS-Modul in DIY-Bassreflexbox

Bezeichnung: JORDAN-WATTS-Modul in DIY-Bassreflexbox Produkt-Broschüre
Info Jordan-Watts
Fotos vom Innenleben
Bestückung: 13 cm JORDAN-WATTS-Modul (s. Datenblatt)
Trennfrequenzen: keine
Besonderheiten: Breitbänder mit 102 mm durchmessender Aluminium-Membran und Ledersicke
38 mm durchmessende Unterhang-Schwingspule
statt einer Zentrierspinne gibt es 3 tangentiale Beryllium-Kupfer-Federn (von denen 2 auch gleich die Stromzufuhr übernehmen)
die "Staubschutzkalotte" der Aluminium-Membran hat ein 19 mm großes Loch, das von innen mit Schaumstoff abgedeckt ist
Messung:
  • gute Paargleichheit, insbesondere von 800 Hz bis 20 kHz
  • Peak um 1 kHz, Höhenabfall ab 8 kHz
  • niedriger Wirkungsgrad, teilweise wegen 16 Ohm Nennimpedanz
  • Die Messkurve L+R folgt der Ausgleichsgerade nicht gut
Kennwerte:
  • Mittlere Steigung von 100 Hz bis 10 kHz (Ausgleichsgerade L+R-Kurve): -2.37 dB/Dekade
  • Wert der Ausgleichsgerade bei 1 kHz: 77.32 dB (Nennimpedanz 16 Ohm)
  • Standardabweichung von der Ausgleichsgerade: +/- 2.93 dB
  • Unterschied L-R zwischen 400 Hz und 10 kHz (Mittelwert und Standardabweichung): 0.74 +/- 1.22 dB
Höreindrücke: Hinweis: Der Bauvorschlag ist ein "Mittelding" zwischen den Modellen Juliet und Juno aus der Produkt-Broschüre
Es gibt auf jeden Fall noch einmal einen Chassistest und eine ausführliche Dokumentation der JORDAN-WATTS-DIY-BR.

Pico: Bei der letzten Box des Treffens waren einige schon auf der langen Heimreise und irgendwie war auch etwas die Luft raus. Die JORDAN-WATTS-Module klangen "unauffällig" und machten zwischen 100 Hz und 8 kHz wenig falsch - nur an den Frequenzenden waren die Module zurückhaltend.

 

Statische Auswertung aller Messungen:

Wenn man alle (außer die ATL HD311 ohne EQ) Messungen mittelt ergibt sich folgender Verlauf:


- in der Gruppe Gute (L+R) waren die Boxen CELESTION SL600, SPENDOR BC1 (D + GB), HSB Genuine und HSB Rocket enthalten

Die Überhöhung zwischen 80 und 130 Hz zeigen offenbar viele Boxen, daher wurden die Ausgleichsgeraden jetzt zwischen 133 und 11885 Hz bestimmt. Die Gruppe Gute (L+R) hatte demnach einen Abfall von -1.83 dB/Dekade, die Standardabweichung der Messwerte zur Ausgleichsgeraden beträgt +/- 1.31 dB (zwischen 100 Hz und 10 kHz wären es -2.50 dB/Dekade +/- 1.56 dB).

Hier noch einmal die Übersicht der statistischen Kennwerte der einzelnen Lautsprecher zum Vergleich:

 

Lautsprecher Mittlere Steigung
100 Hz bis 10 kHz
(Ausgleichsgerade L+R)
Wert der
Ausgleichsgerade
bei 1 kHz
Standardabweichung
von der
Ausgleichsgerade
Unterschied L-R zwischen
400 Hz und 10 kHz (Mittelwert
und Standardabweichung)
Klangcharakter
PAWEL/Ensemble PA-1 0.86 dB 83.97 dB +/- 2.57 dB 0.09 +/- 1.44 dB hell
GOODMANS Achromat Beta -0.58 dB 81.06 dB +/- 1.75 dB -0.75 +/- 1.59 dB scharf
CELESTION SL12Si -3.93 dB 82.47 dB +/- 2.62 dB 0.11 +/- 1.28 dB dunkel
CELESTION SL600 -3.25 dB 78.40 dB +/- 2.42 dB 0.00 +/- 1.52 dB natürlich
CELESTION Ditton66 -2.79 dB 85.61 dB +/- 2.15 dB -1.65 +/- 2.40 dB -
SPENDOR BC1 (D) -1.69 dB 80.12 dB +/- 2.29 dB -0.11 +/- 1.05 dB vieles richtig
ATL Hans Deutsch HD 311 (modifiziert, mit EQ) -2.75 dB 83.87 dB +/ 2.34 dB -0.08 +/- 1.15 dB Badewanne
HSB Genuine -4.12 dB 87.07 dB +/- 1.60 dB -0.29 +/- 1.20 dB wuchtig
YAMAHA NS-1000M -2.51 dB 84.93 dB +/- 1.93 dB -1.49 +/- 1.00 dB kühl, klar
VISATON TL-Monitor 860 D -0.81 dB 90.07 dB +/- 2.97 dB -0.42 +/- 1.10 dB direkt, scharf
HSB Rocket -2.06 dB 88.85 dB (aktiv) +/- 1.75 dB 0.62 +/- 1.10 dB souverän
SPENDOR BC1 (GB) -1.37 dB 79.21 dB +/- 2.47 dB 0.17 +/- 0.95 dB etwas heller als D-Version
TANNOY Arden -6.85 dB 84.44 dB +/- 3.13 dB -0.46 +/- 1.23 dB verhangen
JORDAN-WATTS-Modul in DIY-BR -2.37 dB 77.32 dB (16 Ohm) +/- 2.93 dB 0.74 +/- 1.22 dB unauffällig

Für eine gute Räumlichkeit ist eine möglichst gleiche Wiedergabe der linken und rechten Box im mittleren und oberen Frequenzbereich wichtig - hier zeigten die beiden SPENDORS Bestwerte.

Ein gleichmäßiger Abfall des Frequenzgangs am Hörplatz um ca. 2.5 dB (zwischen 100 Hz und 10 kHz) scheint erstrebenswert zu sein - das war zumindest der Mittelwert der besonders gut beurteilten Lautsprecher.

 

Fazit:

Das "Klassiker-Treffen" war für alle Beteiligten ein lehrreiches Event:
- einige Klassiker wurden entzaubert (z.B. VISATON TL-Monitor 860D und TANNOY ARDEN)
- bei anderen wurde die Klangqualität (endlich) wahrgenommen (z.B. CELESTION SL600, die SPENDORS und die HSB-Konstruktionen Genuine und Rocket)

Es ist schon erstaunlich, was die SPENDOR-Leute da in den 70er Jahren ausgetüftelt haben. Und auch CELESTION hat mit der SL600 einen echten Klassiker hervorgebracht. Mit modernen Mitteln ist zwar mehr Bass und Lautstärke möglich, aber diese Natürlichkeit der SPENDORS bleibt dabei oft auf der Strecke.

Kommentare

Theo
4 stunden vor
An dieser Stelle einen riesen Dank an Pico, der sich eine unglaubliche Mühe gemacht hat alles akribisch zu dokumentieren und für nicht Anwesende aufzuarbeiten.
autom
3 stunden vor
Dem Dank schließe ich mich sowas von an! Auch für Anwesende eine gute Gelegenheit die eigenen Höreindrücke und Vermutungen mit Messfakten abzugleichen.
Riesen Dank an euch beide (Theo und Thomas)! Wo gibt es heutzutage überhaupt noch die Möglichkeit solchen Veranstaltungen beizuwohnen??? Einmalig! Die Zeit und Arbeit, die ihr hier investiert... DANKE!
FlorianK
2 stunden vor
Super Treffen - super Durchführung. Die Lautsprecher wurde alle genau positioniert und dann abgearbeitet. Positionen angepasst - verschiedene Stücke gespielt und ihnen wurde soweit es ging auch eine Chance gegeben ihr Bestes zu zeigen. Top auch ab und zu der Dirac Vergleich. Die Diskussion blieb immer an der Sache orientiert. Viel Fachwissen aus dem Teilnehmerkreis und von Seiten HSB. Man konnte richtig eintauchen in diese Welt. Ganz herzlichen Dank für die Aufbereitung auch der Daten und Messungen - sieht man auch an diesem abschließenden Artikel. Vorbildlich
Franky
3 minuten vor
Auch von mir ein herzliches Dankeschön für dieses Treffen und die Mühe die sich Pico und Theo gemacht haben. Mir hat das richtig Spaß gemacht obwohl so einige meiner Boxen überarbeitungswürdig sind. Bei den Ditton 66 habe ich alle Chassis doppelt und werde mal sehen ob das hinzubekommen ist. Die SL 12SI klingt bei mir zuhause garnicht schlecht aber im CLC war sie eher am unteren Ende. Bei den Pawel kommen die originalen Hiquphon rein die ich mir vor einiger Zeit mal gekauft habe und dann mal sehen was passiert. Die Goodmans werde ich mir auch noch mal vorknöpfen. Die Verhärtung der Originalmembran ist wohl nicht zu vermeiden. Habe noch ein zweites Paar und ein Paar Sigma die auch alle diese Symptome zeigen. Des Rätsels Lösung warum die eine Hochtonmebran der Beta weich und die andere hart war, ist, das da jemand vorher schon mal eine andere Textilkalotte hinter das Waveguide montiert hat. Könnte sogar eine Monacor DT-254 sein.

Achso, ne Spendor BC1 habe ich mir auch gekauft. Es sind recht frühe mit Seriennummern 371 und 372. Mit denen höre ich gerade zu meiner vollen Zufriedenheit.

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